Jean Marais

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Cocteau machte ihn zum Star: Jean Marais
Jean Villain-Marais
Geboren: 11.12.1913 in Cherbourg, Frankreich
Gestorben: 09.11.1998 in Cannes, Frankreich

"Welche Rolle würdest Du gerne spielen?" fragt Jean Cocteau den wunderschönen Mann, den er gerade kennen gelernt hat, von dem er ebenso fasziniert ist wie jener von ihm, und der antwortet: "Einen modernen jungen Mann mit extremen Gefühlen, der lacht, weint, schreit, sich auf der Erde wälzt..." Es war immer sein Traum, auf der Bühne zu stehen, doch er war sich seiner Makel bewusst: die Schönheit, die Stimme, anderes mehr. Doch noch ist Jean Marais Retuscheur, studiert nebenbei am Konservatorium bildende Kunst und nimmt Schauspielunterricht; kleine Rollen an verschiedenen Bühnen, mehr nicht. Dann tritt Cocteau in sein Leben.

Jean Marais ist 25 Jahre alt, als er in Paris auf der Bühne des Theatre des Ambassadeurs seinen ersten großen Triumph feiert. Das Stück heißt "Die schrecklichen Eltern", 1938 wird es vom Stadtrat von Paris verboten. Knapp zwei Wochen später ist es wieder da: auf dem Spielplan des Theatre Bouffes Parisiens. Mehr als 50 Jahre später tritt Jean Marais wieder im Bouffes Parisiens auf. Gespielt wird Cocteaus "Les monstres sacres" zum 30. Todestag des großen französischen Künstlers, an Marais` Seite: Michele Morgan, ebenfalls eine Legende des französischen Theaters und Films.

Die Freundschaft und Liebe zwischen dem Dichter und seinem Mimen, die in jenen Jahren begann, wird ein Vierteljahrhundert währen, keinen Moment dieser Zeit wäre der eine ohne den anderen denkbar, und als Jean Cocteau am 11. Oktober 1963 starb, kam Marais nicht von ihm los: "Ich werde einschlafen, dich dabei ansehen und sterben, denn von nun an werde ich nur so tun, als lebte ich" - schrieb Jean Marais in seinem Buch "Geschichten meines Lebens", das zwölf Jahre nach Cocteaus Tod erschien. Der Satz ist eine Umkehrung aus dem Cocteauschen "Testament des Orpheus": "Tut nur so als ob ihr weint, der Dichter tut nur so als sei er tot!".

Waren Jean Cocteaus Stücke die Glanzlichter in Jean Marais' Karriere, so basierten auch seine wichtigsten Filme auf Cocteaus Werk: "Der ewige Bann" (1943), "Es war einmal ..." (1946), "Der Doppeladler" (1948), "Die schrecklichen Eltern" (1949) und "Orphée" (1949). Jean Marais hat wie sein Vorbild gemalt, geschrieben und inszeniert, mit seinen Cocteau-Inszenierungen hat er Paris erobert, den 80. Geburtstag feierte er auf der Bühne - wie gesagt neben Michele Morgan in Jean Cocteaus Stück als heiliges Monster.

Weitere Filme mit Jean Marais: "Die Schöne und die Bestie" (1946), "Der Graf von Monte Christo", "Julietta", "Wenn Versailles erzählen könnte" (alle 1953), "Napoleon" (1955), "Eliana e gli uomini" (1956), "Des Königs bester Mann" (1957), "Jeder Tag birgt ein Geheimnis" (1958), "Austerlitz - Glanz einer Kaiserkrone", "Ritter der Nacht" (beide 1959), "Mein Schwert für den König", "Die Prinzessin von Cleve", "Das Testament des Orpheus" (alle 1960), "Fracass, der freche Kavalier", "Der Raub der Sabinerinnen" (beide 1961), "Der Graf mit der eisernen Faust", "Die eiserne Maske" (beide 1962), "Fantomas", "Pulverfass und Diamanten" (beide 1964), "Fantomas gegen Interpol", "Rendezvous der Killer" (beide 1965), "Fantomas bedroht die Welt", "Sieben Männer und eine Frau" (beide 1966), "Eselshaut" (1970), "Cagliostro" (1973), "Ein Fall für die Inselkinder" (1992) und "Gefühl und Verführung" (1995).

Zur Filmografie von Jean Villain-Marais
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