Jördis Triebel

Jördis Triebel
Berlin, Deutschland

Ihr Leinwand-Debüt war ein Kracher. Nach einigen Jahren als Theaterdarstellerin und einer Episodenrolle in "Wolffs Revier", sah man Jördis Triebel 2006 in Sven Taddickens Roman-Verfilmung "Emmas Glück" in der Titelrolle. Als bodenständige und recht eigenwillige Schweinezüchterin, deren Leben durch das plötzliche Auftauchen des krebskranken Autoverkäufers Max (Jürgen Vogel) aus den Angeln gehoben wird, konnte sie voll und ganz überzeugen. Sie wurde auf mehreren Filmfesten gefeiert und unter anderem 2006 mit dem Young German Cinema Award des Filmfestes von München, dem Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie Schauspiel sowie dem Undine Award in der Kategorie Beste jugendliche Schauspielerin in einem Kinospielfilm ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt sie auch eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis als "Beste Hauptdarstellerin". Ein Start nach Plan ...

Die 1977 in Ost-Berlin geborene Jördis Triebel schnupperte schon recht früh Theaterluft. Ihre Mutter, die als Requisiteurin beim Theater der Freundschaft beschäftigt war, ermöglichte der Tochter erste Einblicke in die Bühnenarbeit. Auf die kindliche und jugendliche Begeisterung für die darstellenden Künste folgte 1997 eine fundierte Ausbildung zur Schauspielerin. Bis 2001 studierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Nach ihrem Abschluss bekam sie ein Engagement am Theater in Bremen, wo ihre darstellerische Leistung 2002 mit dem vom Bremer Theaterfreunde e.V. verliehenen Kurt-Hübner-Preis ausgezeichnet wurde. Das Schauspielhaus in Zürich und das Schauspiel Köln waren weitere Stationen in ihrer Laufbahn als Theaterdarstellerin.

Nach der großen Aufmerksamkeit, die sie mit dem Erfolg von "Emmas Glück" auf sich zog, führte sie der Weg zwar nicht wieder in das Tal der unbekannten Darsteller, aber zunächst überwog doch eher die durchschnittliche deutsche TV-Kost. Dem breiten Publikum wurde Jördis Triebel durch ihren Auftritt als Schutzpolizistin Maria Hernandez in fast dreißig Episoden der Krimi-Serie "KDD - Kriminaldauerdienst: Auf schmalem Grat" bekannt. KDD-Regisseur Matthias Glasner setzte auch jenseits der Serienproduktion auf die gebürtige Berlinerin und engagierte sie für seinen spannenden und abgründigen Psychothriller "Das Geheimnis der falschen Mutter". Als durch den Tod ihres Kindes traumatisierte Mutter überzeugte Jördis Triebel dermaßen, dass sie unter anderem für den Bayerischen Fernsehpreis 2008 als Beste Darstellerin nominiert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen Glasner und Triebel wurde unter anderem mit "This is Love" (2009) fortgesetzt und auch für Glasners Berlin-Krimi "Die Lebenden und die Toten" (2013) erhielt Jördis Triebel - neben Jürgen Vogel und Thomas Heinze - ein Engagement.

Nach einigen TV-Produktionen gelang Jördis Triebel 2008 mit Max Färberböcks Kriegsende-Drama "Anonyma - Eine Frau in Berlin" der Sprung zurück auf die Kino-Leinwand. Darüber hinaus war sie in Sönke Wortmanns Literaturverfilmung "Die Päpstin" (2009) zu sehen, was ihr abermals eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis einbrachte. Außerdem übernahm sie in Doris Dörries Komödie "Die Friseuse" (2010) einen Part. 2011 lieferte sie einmal mehr gute Fernsehunterhaltung ab. Nach der heiteren Romanverfilmung "Freilaufende Männer" sah man Jördis Triebel auch noch in der Tragikomödie "Ein guter Sommer". Andreas Schmidt, Devid Striesow und sie sorgten in dieser mitunter witzigen wie tragischen Dreiecksgeschichte mit ihren schauspielerischen Leistungen für die nötige Glaubwürdigkeit. Bei der Verleihung des Grimme-Preis 2012 wurde "Ein guter Sommer" im Bereich "Fiktion" ausgezeichnet. Außerdem erhielten die drei Hauptakteure für ihre Ensembleleistung den Sonderpreis der Jury beim Hessischen Fernsehpreis 2011.

Die Geschichte einer DDR-Bürgerin, die in den Westen ausreist und dort mühevoll ein komplett neues Leben aufbauen muss, steckt hinter Christian Schwochows Drama "Westen" (2013). Einmal mehr eine starke Frauenpersönlichkeit, die von Jördis gekonnt verkörpert wird. Für ihre Darstellung der Nelly Senff wurde Jördis Triebel auf dem Montréal World Film Festival im September 2013 der Preis für die "Beste Schauspielerin" verliehen, 2014 folgte der Deutsche Filmpreis als beste Hauptdarstellern. Ebenso überzeugend waren auch ihre Auftritte in Lars Kraumes Drama "Meine Schwestern", in Vanessa Jopps Liebeskomödie "Der fast perfekte Mann" und in Dror Zahavi Thriller "Das Jerusalem-Syndrom". Und obwohl Jördis Triebel in allen drei Bereichen - Kino, Fernsehen und Theater - große Erfolge feiert und bei Kritikern, Regisseuren und Produzenten hoch im Kurs steht, gehört sie nicht zu den Hochglanz-Magazin-Prominenten, die sich permanent im Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich präsentieren müssen. Sie ist eine starke Frau, mit Ecken und Kanten, die durchaus anderen Menschen vor den Kopf stoßen kann. Was sie 2007 als Gast von "Zimmer frei!" unter Beweis stellte und ihr eine Verweigerung der Mitwohnberechtigung von rund einem Drittel der Zuschauer einbrachte.

Weitere Filme und Serien mit Jördis Triebel: "Speed Dating" (Kurzfilm), "Frühstück mit einer Unbekannten" (beide 2007), "Der Kommissar und das Meer - Den du nicht siehst" (2006), "Das Duo - Sterben statt erben", "Warten auf Angelina" (beide 2008), "Tatort - Am Ende des Tages", "SOKO Leipzig" (Serie), "Familiengeheimnisse - Liebe, Schuld und Tod" (alle 2010), "SOKO Wismar" (Serie, 2011), "Rosa Roth" (Serie, 2012), "Wolfskinder" (2013).

Foto: SWR/Vered Adir

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