Karin Viard

Das ist alles Lug und Betrug! Karin Viard erkennt
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Das ist alles Lug und Betrug! Karin Viard erkennt die Wahrheit
Karin Viard
Geboren: 24.01.1966 in Rouen, Haute-Normandie, Frankreich

Mit der Schauspielerei kam die Tochter des Leiters einer Ölplattform bereits recht früh in Kontakt. Karin Viard, die überwiegend bei ihren Großeltern aufwuchs, stand schon als Schülerin auf der Bühne des Konservatoriums in Rouen und wirkte in verschiedenen Theaterstücken mit. Gerade einmal 17 Jahre alt, verließ sie die Hafenstadt an der Seine und zog nach Paris, wo sie Schauspielkurse bei Vera Gregh und Blanche Salant absolvierte. Nach dem Schauspielstudium stand sie erstmals 1986 in Roger Guilots Kurzfilm "La goula" vor der Kamera. Es folgten Auftritte in einigen französischen Fernsehserien sowie in Kurzfilmen, außerdem trat sie auch immer wieder auf der Bühne auf, unter anderem in Inszenierungen von Molières "Tartuffe".

Erstmals auf sich aufmerksam machte Karin Viard in Étienne Chatiliez' Komödie "Tante Danielle" (1990). Nur ein Jahr später spielte sie sich auch in das Gedächtnis des breiten Publikums. In Marc Caros' und Jean-Pierre Jeunets' schwarzer Komödie "Delicatessen" ist sie an der Seite von Jean-Claude Dreyfus zu sehen. Der ist in diesem fantastisch-surrealen Märchen als kannibalischer Metzger zu sehen, sie spielt dessen wohlgenährte Geliebte. Der Erfolg der beiden Filme brachte ihr vermehrt Hauptrollen in französischen TV-Produktionen ein und auch im Kino konnte man die rothaarige Schauspielerin regelmäßig sehen. Seither steht Karin Viard beinahe ununterbrochen vor der Kamera.

Ihre erste Kinohauptrolle spielte sie in Xavier Durringers Tragikomödie "La nage indienne" (1993). Für die Rolle als Stripteasetänzerin Clara erhielt sie 1994 eine Nominierung für den César als beste Nachwuchsdarstellerin, den ihr jedoch Valeria Bruni-Tedeschi vor der Nase wegschnappte. Recht schnell machte die hübsche Normannin auch international von sich reden. Mit der Rolle in Christine Pascals Tragikomödie "Seitensprung für Anfänger" (1995) wurde sie über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt und bekam auf dem Festival International du Film Francophone im belgischen Namur den Preis als beste Darstellerin verliehen. Für die damals 29-jährige ein großer Erfolg, den sie nicht so einfach verkraften konnte. Aus Angst vor der Verwirklichung ihres großen Traumes zog sie sich zurück und begann unkontrolliert zu essen, nahm stark zu und musste erst einmal Schritt für Schritt lernen, mit dem Erfolg zu leben und ihn zu akzeptieren. In den Filmen, die sie in dieser schweren Zeit ablieferte, spielte die talentierte Actrice nur durchschnittlich gut. Sie stand neben bekannten Schauspielkollegen wie Isabelle Huppert, Daniel Auteuil, Gérard Lanvin oder Jean-Marc Barr vor der Kamera und lieferte mit "Trennung", "Der Lieblingssohn" und "Hass" (alle 1994) durchaus akzeptable Leistungen ab, konnte aber an den Erfolg von "La nage indienne" nicht anknüpfen.

Erst drei Jahre später gelang ihr mit dem Part der allein stehenden, frustrierten Cora in "Singles unterwegs" (1997), Philippe Harels Alltagskomödie um eine Pariser Clique, die Rückkehr in die erste Schauspiel-Liga. In den folgenden Jahren zog sie weiterhin internationale Aufmerksamkeit auf sich, als sie Hauptrollen in Catherine Corsinis "Die neue Eva" (1998) und Sólveig Anspachs "Hoch die Herzen" (1999) übernahm. Für die Darstellung einer schwangeren Frau, bei der Brustkrebs diagnostiziert wurde, erhielt sie 2000 den César als beste Hauptdarstellerin und auch "Die neue Eva" blieb bei Filmfestspielen nicht unbeachtet. Neben einer positiven Kritik in der New York Times erhielt Karin Viard auch den Preis als beste Hauptdarstellerin des New Yorker B-Movie Film Festivals für das außergewöhnlich einfühlsame Porträt der Anti-Heldin Camille.

Schon immer bewies die sympathische Mimin eine großartige Vielseitigkeit. Man sieht sie in Komödien, Dramen und Thrillern. Mit "Die Sache mit dem Sex & der Liebe" (2000), "Auszeit" und "Kinder der Furcht" (beide 2001) lieferte sie weitere Filme ab, die den Weg über Frankreichs Grenzen hinaus fanden und ein internationales Publikum begeisterten. 2003 gehörte die vielbeschäftigte Schauspielerin neben Patrice Chéreau, Jean Rochefort, Meg Ryan und Steven Soderbergh der Wettbewerbsjury der Filmfestspiele von Cannes an. Außerdem erhielt sie im selben Jahr für ihre Nebenrolle in Michel Blancs Tragikomödie "Küss mich, wenn du willst" ihren zweiten César. Im Laufe ihrer Karriere ist Karin Viard zu einer festen Größe des französischen Films geworden. Allein 2004 lieferte sie vier Filme ab - "Le rôle de sa vie", "Je suis un assassin", "L'ex-femme de ma vie", "Die Axt" - und auch in den nachfolgenden Jahren stand sie regelmäßig vor der Kamera. 2009 sah man sie gemeinsam mit Patrick Bruel und Emmanuelle Seigner in Danièle Thompsons heiterer Komödie "Affären à la Carte" (2009).

Weitere Filme und Serien mit Karin Viard: "L'amour en marche" (1986), "Les enquêtes du commissaire Maigret" (TV-Serie, 1989), "La mort d'une vache" (1990), "25 décembre 58, 10h36", "L'amant de ma soeur", "Les gens ne sont pas forcément ignobles", "Strangers dans la nuit" (alle 1991), "Urgence d'aimer", "Maigret" (TV-Serie), "Max und Jeremy", "Kleine Fische, große Fische" (alle 1992), "Zone bleue", "Elles étaient trois", "Rhésus Roméo", "Ce que femme veut..." (alle 1993), "Emmène-moi" (1994), "Une journée entière sans mentir", "Fast", "Tagebuch des Verführers" (alle 1995), "Une visite", "Fourbi", "Les victimes" (alle 1996), "Où tu vas", "Rouen, cinq minutes d'arrêt", "Ich versteh nicht, was man an mir findet" (alle 1997), "Mes amis", "Eine leidenschaftliche Affäre" (beide 1999), "Reines d'un jour" (2001), "Mes copines" (2002), "France Boutique" (2003), "Les enfants", "Wie in der Hölle" (beide 2005), "Les ambitieux" (2006), "La tête de maman", "La vérité ou presque", "La face cachée" (alle 2007), "So ist Paris", "Les randonneurs à Saint-Tropez", "Baby Blues", "Le bal des actrices" (2009), "Das Schmuckstück" (2010), "Nichts zu verzollen", "Mein Stück vom Kuchen", "Poliezei", "Familientreffen mit Hindernissen", "Sag, dass Du mich liebst" (alle 2011).

Foto: Alamode

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