Schon in der griechischen Mythologie spielt die Achillessehne eine bedeutende Rolle. Im Zeitalter der zunehmenden Aktivität und sportlichen Belastung sind akute Verletzungen der Achillessehne oft ein einschneidendes Ereignis im Hinblick auf die weitere Belastbarkeit im Alltag und beim Sport.

Der Achillessehnenriss ist die häufigste Sehnenverletzung des Menschen. In Deutschland geht man von bis zu 20.000 Achillessehnenrissen pro Jahr aus. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Entscheidend für den weiteren Verlauf und den Heilungsprozess ist die frühzeitige Diagnosestellung. Vom Betroffenen wird oft ein Tritt in die Ferse oder ein Knall wahrgenommen. Der endgültige Nachweis für einen Achillessehnenriss ist letztlich schnell erbracht. So ist für Betroffene der Einbeinstand auf der verletzten Seite nicht möglich.

Der Thompson-Test gibt schließlich final Sicherheit. Der Patient liegt auf dem Bauch auf der Untersuchungsliege, die Füße hängen über die Kante. Wird nun der Wadenmuskel von beiden Seiten zusammengedrückt, müsste sich die Ferse normalerweise kurz Richtung Wade hochbewegen. Bei einer Achillessehnenruptur tut sie dies nicht.

Eine tastbare Delle im Sehnenverlauf ist ein zusätzlicher Hinweis auf eine Verletzung. Die Ultraschalluntersuchung verifiziert den Befund, eine Kernspintomographie ist oft nicht notwendig. Ist der Riss der Achillessehne nachgewiesen, bestimmt eine Ultraschalluntersuchung die Behandlungsmethode. Sind die Sehnen- Enden so weit voneinander entfernt, dass sie vermutlich nicht von alleine zusammenwachsen, ist eine Operation notwendig.

In jedem Fall ist eine Ruhigstellungszeit von sechs bis acht Wochen zu empfehlen. Auch heute werden noch bis zu 25 Prozent der frischen Achillessehnenverletzungen übersehen. Die Konsequenz: Es müssen oft aufwendigere rekonstruktive Maßnahmen durchgeführt werden. Alles in allem gilt der Grundsatz: Je früher der Nachweis, desto besser das Behandlungsergebnis.