Die Seekrankheit ist eine Bewegungs- beziehungsweise Reisekrankheit, "Kinetose" genannt. Das Gehirn erhält dabei von den Augen andere Informationen als vom Gleichgewichtsorgan. Beispiel: Das Auge meldet den geraden Fußboden, das Gleichgewichtsorgan hingegen den starken Wellengang. Diese Kinetosen kommen auch in anderen Verkehrsmitteln, etwa in Reisebussen, vor.

Die Hauptursache liegt also darin, dass wir etwas anderes fühlen, als wir sehen. Das wiederum führt zu Stress und   Stresshormone überfluten den Körper. Die Auswirkungen sind dabei je nach Empfindlichkeit und körperlicher Konstitution unterschiedlich. Während es bei den einen unmerklich oder glimpflich abläuft, müssen sich andere übergeben oder haben Kopfschmerzen und fühlen sich unwohl.

Diese Symptome vergehen zumeist nach einigen Tagen. Die Ursache für diese Beschwerden ist das vom Körper ausgeschüttete Histamin.

Was hilft? Als Sofortmaßnahme: an Deck gehen und den Horizont fixieren. Das führt in vielen Fällen schon zu einer Verbesserung.

Eine andere Möglichkeit sind Entspannungsübungen, wie das autogene Training. Auch sollte auf Alkohol und allzu fette oder scharfe Speisen verzichtet werden. Sie belasten den Körper zusätzlich.

Grundsätzlich gut: Wer eine größere Reise plant, sollte sich vorher ärztlich beraten lassen. Für berufliche Seefahrer gibt es den Hafenarzt, für alle anderen übernimmt dies der Hausarzt. Die Mediziner können nach Beratung schon vorab lindernde Medikamente, wie etwa Antihistaminika oder auch den Wirkstoff Scopolamin als Pflaster, verordnen.

Wichtig: Nehmen Sie die Medikamente nach Absprache bereits testweise vor der Reise, denn es können deutlich spürbare unerwünschte Nebenwirkungen, wie starke Müdigkeit, auftreten.

Und falls es trotz bester Vorbereitung dennoch zu einer Erkrankung kommt, denken Sie daran: Keine unnötige Aufregung, die Symptome vergehen nach einigen Tagen ganz von selbst.