Die kalte, dunkle Jahreszeit belastet nicht nur Psyche und Immunsystem. Das Wechselspiel zwischen niedrigen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und eisigem Wind draußen sowie warmen Räumen und Heizungsluft drinnen führt auch dazu, dass viele Menschen jetzt verstärkt unter trockenen Augen leiden.

So erging es auch der 57-jährigen Buchhalterin, die wegen anhaltender Beschwerden in meine Praxis gekommen war. Seit einigen Wochen litt sie unter roten, gereizten Augen und einem unangenehmen Druckgefühl. Ihre Vermutung, dass Altersweitsichtigkeit das Problem und eine Brille die Lösung wäre, bestätigte sich allerdings nicht. Die Untersuchung ergab hingegen eindeutig, dass trockene Augen ihre Beschwerden verursachten. In der Mehrzahl sind davon übrigens ältere Menschen betroffen, da sich die Tränenproduktion mit zunehmendem Alter reduziert.

Hilfreich ist es, stark klimatisierte oder überheizte Räume, soweit möglich, zu meiden. Und auch etwas mehr Zurückhaltung beim Internetsurfen oder Fernsehen bewirkt einiges. Denn durch das wesentlich reduzierte Blinzeln kommt es vielfach zu Störungen beziehungsweise Verminderungen der Tränenbildung.

Blinzeln hilft

Wer täglich, wie die Buchhalterin, am Computer arbeitet, der kann zwar kaum die Stundenzahl reduzieren, sollte aber zumindest auf regelmäßige Pausen achten. In diesen Ruhezeiten bitte möglichst bewusst viel blinzeln und in die Ferne schauen. Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause ist nicht nur eine Wohltat für Psyche, Herz und Immunsystem: Auch Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Augen werden gefördert.

Für Feuchtigkeit sorgen

Um die Augen feucht zu halten, sind Wasserschalen auf den Heizkörpern hilfreich. Außerdem ist es wichtig, täglich viel zu trinken. Damit die Augen nicht austrocknen, empfahl ich der Patientin darüber hinaus, morgens und abends die Lider mit warmem Wasser zu waschen und dann für eine Minute mit dem Handtuch kreisförmig zu massieren. Das reinigt die Lidkanten und stabilisiert den Tränenfilm. Im Fall der Patientin sorgte zudem ein Augengel dafür, dass sie ihre Beschwerden weitgehend lindern konnte.