Sport mit Arthrose? Für die 57-jährige Beamtin aus Norddeutschland ein absolutes "No-Go", wie sie beim ersten Patientengespräch betonte. Seitdem ihr vor zwei Jahren vom Orthopäden "Gelenkverschleiß im Knie" diagnostiziert wurde, verzichte sie auf ihre bis dahin heiß geliebten Wandertouren, berichtete sie. Doch trotz dieser sportlichen Zurückhaltung waren ihre Beschwerden kein bisschen besser geworden. Im Gegenteil: Inzwischen erschwerten ihr Anlaufschmerzen das tägliche Leben. 

Aus Angst vor fortschreitendem Verschleiß und weiteren Beschwerden hatte die Patientin genau das Falsche gemacht. Denn nachweislich ist auch bei Arthrose Bewegung die "beste Medizin". Nur so kann der Gelenkknorpel, der keine Blutgefäße besitzt, über die Gelenkflüssigkeit mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden.Dabei ist Wandern auch bei beginnendem Gelenkverschleiß – selbst am Knie – das perfekte Freizeitvergnügen. Eine positive Wirkung ist programmiert, denn: Sanfte Bewegungsformen, die mit wenig Stoßbelastung das Knie kräftigen, können den Gelenkverschleiß verlangsamen. Am besten wäre es, zweimal die Woche für 30 bis 60 Minuten loszumarschieren.

Moderates Tempo

Selbst im fortgeschrittenen Alter eignet sich der gesunde Ausdauersport hervorragend – maßvolle Strecken, eine moderate Schrittgeschwindigkeit und einen ärztlichen Check-up vorausgesetzt. Bei chronischen Erkrankungen ist es ratsam, erst mit dem Hausarzt zu sprechen. Bei erheblichen Gelenkproblemen oder akuten Entzündungen, aber auch bei Erkältungen oder starken Schmerzen sollte auf Wanderungen jedoch verzichtet werden. Zudem sollten Patienten mit Arthrose steile Wege und Gewaltmärsche vermeiden. Und noch ein Tipp: Teleskopstöcke können die Gelenke erheblich entlasten.

Außer kontinuierlich wandern geht die Patientin inzwischen regelmäßig zur Physiotherapie. Sie hat auch wieder mit dem Schwimmen angefangen – neben dem Wandern sowie Aquajogging und Radfahren eine der idealen Bewegungsarten bei Arthrose. Ihre Beschwerden hat die junge Großmutter jetzt "gut im Griff" – und beste Chancen, trotz Erkrankung in den nächsten Jahren mobil und flexibel zu bleiben.