Ein Drittel der Deutschen leidet an Hypertonie. Dabei kann Bluthochdruck mit einfachen Mitteln verhindert werden.

Schwindel, Herzrasen, plötzliche Schweißausbrüche: Mit diesen Symptomen äußert sich Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt. Druck und Engegefühl in der Herzgegend sowie Kopfschmerzen und Erbrechen können ebenfalls Hinweise darauf sein, dass der Blutdruck von der Norm abweicht. Diese Begleiterscheinungen deuten Betroffene häufig zunächst als Anzeichen schlimmerer Erkrankungen. Hypertonie kann auf jeden Fall ein Vorbote dafür sein.

Nach Angaben des Robert Koch-Institutes Berlin leidet ein Drittel der Deutschen (18 bis 79 Jahre) an Bluthochdruck. Sie haben Druckwerte über 140/90 mmHg. Dazu kommt: Bei 60 Prozent der "Blutdruckgesunden" sind bereits Werte messbar, die nicht mehr optimal sind oder schon knapp unter der Hochdruckgrenze (140/90 mmHg) liegen.

Ernährung ist das A und O

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für Bluthochdruck-Patienten sehr wichtig. Um Bluthochdruck langfristig unter Kontrolle zu bekommen, gilt es, ein paar Grundregeln zu beachten. Viel Obst, Gemüse und Fisch gehören auf den Speiseplan. Um gesättigte Fettsäuren auf Dauer zu reduzieren, hilft leichte Kost. Im Gegenzug sollte auf weißmehlhaltige Produkte verzichtet werden. Vollkornlebensmittel sind eine gute Alternative, die den Blutdruck nicht zusätzlich erhöhen. Laut Empfehlung der Deutschen Herzstiftung sollte auch üppiger Salzkonsum unterbunden werden. Frische Kräuter können stattdessen für Würze im Essen sorgen.

Tägliche Sportroutine

Ob es der Weg zur Arbeit ist oder eine Runde im Park: Schon 20 Minuten Bewegung täglich reichen aus, um unserem Blutkreislauf etwas Gutes zu tun. Patienten, die durch Bluthochdruck gefährdet sind, sollten besonders auf ihr Körpergewicht achten. Übergewicht gilt als eine mögliche Ursache für Hypertonie. Aus diesem Grund sollte man Sport in seinen Alltag einbinden. Regelmäßige Bewegung ist die optimale Grundlage, um fit und vital zu bleiben. Ausdauersport mit geringem Kraftaufwand senkt den Blutdruck auf Dauer am stärksten. Schwimmen, Joggen und Radfahren sind hierbei gut geeignet.

Feind Feinstaub

Bekannte Risikofaktoren für Bluthochdruck sind Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Was die meisten nicht wissen: Auch Feinstaub beeinflusst unseren Blutdruck. Forscher der Universität Duisburg-Essen um Barbara Hoffmann veröffentlichten eine Studie, die den Zusammenhang zwischen Feinstaub und dem Blutdruck untersucht. Das Team stellte fest, dass nicht nur die schädlichen Partikel in der Luft Einfluss haben. Auch die Lärmbelastung an belebten Straßen, an denen ein hoher Feinstaub-Wert messbar war, führt laut den Forschern zu einer Steigerung des Blutdrucks.

Übrigens: Tonerstaub von Laserdruckern oder Kopierern zählt ebenfalls zum Feinstaub. Bei einer hohen Konzentration kann auch er zu einer Erhöhung des Blutdrucks beitragen.

Blutdruck messen

Um Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen, sollte man seinen Blutdruck ab Mitte 30 ab und zu selbst messen. Eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt ist zudem empfehlenswert. Auch Apotheken bieten Blutdruckmessungen an. Die wichtigsten Werte finden Sie im Kasten.

Blutdruck-Abc

Jeder Mensch hat ihn, doch kaum jemand weiß, wie er entsteht. Der Herzzyklus durchläuft zwei Phasen: die Pump-Phase (Systole) und die Füllungsphase (Diastole). Dementsprechend baut sich in den Gefäßen ein systolischer (höherer) und ein dia stolischer (niedrigerer) Druck auf. Der systolische Druck ergibt sich, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt. Weitet sich das Herz wieder, damit es sich erneut mit Blut füllen kann, entsteht der diastolische Druck.

Bei gesunden Menschen funktioniert der Druckausgleich flexibel. Das heißt, der Körper passt sich beispielsweise an, wenn Sport gemacht wird. Je nachdem, durch erhöhte Herzleistung und Eng- oder Weitstellung der Gefäße. Auf diese Weise ist immer eine ausreichende Durchblutung gewährleistet. Der Blutdruck ist dementsprechend keine absolut konstante Größe. Nicht nur das Aktivitätslevel hat Einfluss, auch im Tagesverlauf gibt es Schwankungen. So sinkt der Blutdruck im Schlaf.