Magenspiegelung, Biopsie, Röntgen – Betroffene lassen einiges über sich ergehen, um die Ursache für ihren Mundgeruch zu finden. Von Zeit- und Geldverschwendung sprechen dabei Experten der Deutschen Gesellschaft für Zahn, Mundund Kieferheilkunde (DGZMK). Denn in etwa 85 Prozent aller Fälle entsteht Mundgeruch, medizinisch Halitosis, eben genau dort: im Mund.

"Patienten sollten zuerst zum Zahnarzt gehen", sagt Professor Dr. Benjamin Ehmke. Der Fachzahnarzt für Parodontologie betreut mit Kollegen an der Uniklinik Münster die Mundgeruch-Sprechstunde. Der 50Jährige weiß aus der Praxis: "Das Thema betrifft viele Menschen: in Deutschland jeden Vierten. Die meisten können sich aber relativ schnell selbst helfen." Denn häufig sind Bakterien schuld, die sich auf Zähnen, Zunge oder in Zahnfleischtaschen einnisten. Die Keime produzieren Schwefelverbindungen, die sich im Speichel lösen und die beim Atmen und Sprechen verdampfen.

"Im Prinzip ist die richtige Mundhygiene das A und O", sagt Ehmke. Zunächst müsse der Zahnarzt jedoch kontrollieren, ob Krankheiten im Mund der Patienten das Problem erhöhen, etwa eine Entzündung des Zahnbetts (Parodontitis) oder große kariöse Stellen an den Zähnen. "Vielleicht haben sich auch Speisereste unter einer Brücke festgesetzt", sagt Ehmke. Nach entsprechender Behandlung und professioneller Zahnreinigung sei der Mundgeruch dann "fast immer weg".