Fußball steht in der Beliebtheit der Mannschaftssportarten in Deutschland unangefochten an erster Stelle, und bei manch einem unserer WM-Helden ragt sie markant aus dem Gesicht: die "Fußballernase". Doch das Phänomen der Fußballernase ist längst nicht nur bei dieser Sportart zu beobachten. Auch bei Handballern und Basketballspielern tritt dieses Problem auf. Aber was verbirgt sich wirklich hinter dem Begriff?

Anders als der Name vermuten lässt, findet man die Fußballernase nicht im Gesicht, sondern am anderen Ende des Körpers. Es handelt sich um ein chronisches Krankheitsbild, das im deutschen Sprachgebrauch auch als "Fußballerknöchel" bezeichnet wird. Er entsteht als Folge immer wiederkehrender Mikrotraumen beim forcierten Anheben des Fußes Richtung des vorderen Schienbeines. Dadurch kommt es am oberen Sprunggelenk zur nasenförmigen Ausziehung der vorderen Schienbeinkante.

Entsprechend klagt der betroffene Sportler über Schmerzen beim Anheben des Fußes und am Ende der Abrollbewegung. Auch einklemmungsartige Phänomene werden beschrieben. In Kombination gibt es diese Ausziehungen auch an der Innenknöchelspitze.

Die Diagnose wird durch Anamnese, klinische Untersuchung und ein dynamisches Röntgenbild gestellt. Die Klassifikation unterscheidet vier Grade.

Die konservative Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten, Einlagenversorgung, Physiotherapie und Spritzen von Medikamenten in die betroffene Stelle sind oft eingesetzte Therapien.

Mit einer Operation in arthroskopischer Technik (Schlüsselloch-Chirurgie) ist es möglich, den Schmerz deutlich zu lindern. Bei dem Eingriff werden überschüssige Knochen- und Gelenkkapselanteile entfernt.

Ist die Nase erst einmal entfernt, kann relativ frühzeitig nach der Operation wieder Sport getrieben werden. Üblicherweise ist der Fuß innerhalb von wenigen Tagen voll belastbar.