"Was sind eigentlich Divertikel?", hat mich ein Patient kürzlich gefragt. Lachend habe ich ihm erklärt, dass das – laienhaft ausgedrückt – einfach blöde Säcke im Darm seien. Wir Mediziner bezeichnen diese sackartigen Ausstülpungen, bei denen sich die Darminnenwand im Magen-Darm-Trakt an mehreren Stellen nach außen wölbt, als "Divertikel". Besonders häufig treten sie im Dickdarm auf.

Meist beschwerdefrei

Divertikel entstehen durch eine Schwäche der Darmwand, oft in Kombination mit einem erhöhten Darm-Innendruck. Dabei gibt es Faktoren, die ihr Entstehen begünstigen: Verstopfung, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung oder zu wenig Bewegung. Divertikel verursachen meist keine Beschwerden.

Übel wird es allerdings, wenn sich Entzündungen bilden, die sogenannte Divertikulitis. Dabei verschließt Stuhl die Divertikel, das Sekret im Divertikel staut und infiziert sich. Diese Entzündungen können starke und krampfartige Schmerzen und Blutungen auslösen – und teilweise zu erheblichen Komplikationen führen. In der Regel ist die Divertikulitis gut durch Antibiotika zu behandeln, nur sehr selten kommt es zu Verläufen, die eine Operation notwendig machen.

Verdauung anregen

"Was muss ich denn tun, damit mir diese 'blöden Säcke' keine Bauchschmerzen verursachen?", wollte mein Patient dann von mir wissen. Das sei eigentlich recht einfach, habe ich ihm erklärt. Denn meist kann man die Verdauungsbeschwerden mit einer Umstellung der Ernährung und ausreichend Flüssigkeit schon lindern. Ich empfahl ihm ballaststoffreiche Kost wie Obst, Hülsenfrüchte und Gemüse – denn das macht den Stuhl weicher und voluminöser, regt die Verdauung an und der Stuhl passiert schneller den Darm. Natürlich ist auch körperliche Bewegung an der frischen Luft hilfreich – also alles, was die Verdauung anregt.

"Ist es denn sicher, dass man durch Sport und andere Betätigungen vorbeugen kann, sodass diese 'blöden Säcke' gar nicht erst entstehen?", wollte mein Patient wissen. Das konnte ich ihm leider nicht bestätigen, denn der direkte Zusammenhang zwischen Sport und Divertikelprävention ist noch nicht ausreichend erforscht.