Kein Zweifel: Ein kurzes Nickerchen nach dem Mittagessen sorgt für neue Energie und erhöhte Konzentration. Eine Studie am Asklepieion General Krankenhaus in Voula, Griechenland, hat nun auch einen kardiologischen Effekt festgestellt: Der Mittagsschlaf senkt den Blutdruck – und zwar ähnlich stark wie die Einnahme von Medikamenten oder Änderungen des Lebensstils, beispielsweise durch den Verzicht auf zu viel Salz und Alkohol.

Das Team von Dr. Manolis Kallistratos untersuchte die Daten von 212 Personen im Alter von durchschnittlich 62 Jahren und kam zu dem Ergebnis: Wer mittags ein Nickerchen macht, hat im Schnitt einen um 5 mmHg niedrigeren Blutdruck als Menschen, die wach bleiben. Schon 2 mmHg weniger können das Herzinfarkt­risiko um 10 Prozent senken, so die Forscher. Und sie fügen hinzu, dass mit niedrig dosierten blutdrucksenkenden Medikamenten eine durchschnittliche Verringerung von 5 bis 7 mmHg bei Patienten erreicht wird.

Dr. Kallistratos: "Wir möchten die Menschen nicht dazu ermutigen, stundenlang am Tag zu schlafen, aber angesichts der möglichen gesundheitlichen Vorteile sollten sie kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ein kurzes Nickerchen machen." Die Studie wurde auf der 68. Jahrestagung des American College of Cardiology im März dieses Jahres vorgestellt.