21.04.2020 Arzt-Kolumne

Gut vorbereitet für die OP

Von Johannes Schenkel
Dr. Johannes Schenkel ist Facharzt für Neurologie und ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung
Deutschland (UPD), Berlin.
Dr. Johannes Schenkel ist Facharzt für Neurologie und ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), Berlin. Fotoquelle: UPD

Immer wieder werden Berater der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) am Telefon oder vor Ort gefragt, was vor einer Operation zu beachten sei – und ob es Alternativen gibt.

Kürzlich war sich beispielsweise ein 45-jähriger Patient nicht sicher, ob seine Bandscheibenoperation tatsächlich nötig sei. Er wollte wissen, ob er eine Zweitmeinung einhole könne. Die Beraterin erläuterte ihm, dass Patienten grundsätzlich das Recht haben, über Behandlungsalternativen aufgeklärt zu werden und auch eine Zweitmeinung einholen können.

Ich empfehle grundsätzlich, zur Vorbereitung auf ein Arztgespräch vor einer OP alle Fragen zum Eingriff zu notieren – auch Organisatorisches. Es ist außerdem hilfreich, dass der Operateur weiß, ob und welche Vorerkrankungen oder Allergien vorliegen. Sehr wichtig ist ebenso die Information, ob es Blutgerinnungsstörungen gibt oder blutverdünnende Medikamente eingenommen werden. Daher sollten Patienten vor dem Gespräch zu Hause eine Liste mit allen Medikamenten aufstellen, die sie regelmäßig einnehmen.

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Vor einer OP erklären Ärztin oder Arzt den Eingriff, seinen Umfang und den Ablauf. Das Patientenrechtegesetz schreibt diese Aufklärung vor. Dabei müssen Erfolgsaussichten und Risiken der Operation beschrieben werden. Themen sind auch, welche möglichen Folgen – etwa Schmerzen – der Eingriff haben kann oder die voraussichtliche Dauer der Krankschreibung. Anschließend unterschreiben Patienten, dass sie über Eingriff und Risiken aufgeklärt wurden und der OP zustimmen. Findet diese unter Narkose statt, kommt es zuvor zu einem Gespräch mit einem Anästhesisten. Meist dürfen Patienten mehrere Stunden vor der Narkose nichts essen und kurz vorher nichts trinken.

Ob eine Operation langfristig Erfolg verspricht, hängt nicht nur vom Eingriff selbst ab: Oft erweisen sich gute Vorbereitung und spätere Nachsorge als entscheidend. Ist ein stationärer Aufenthalt geplant, muss geklärt werden, ob nach der Entlassung eine medizinische Weiterversorgung nötig ist. Diese sicherzustellen, ist Aufgabe der behandelnden Klinik. Denn sie ist gesetzlich verpflichtet, im Rahmen des sogenannten Entlass- managements die weitergehende Versorgung zu gewährleisten.

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