07.09.2020 Arzt-Kolumne

Hämorrhoiden – (k)ein peinliches Thema

Von Devid Tusek
Dr. med. Devid Tusek ist seit 2015 niedergelassener Facharzt und Darmspezialist in der Gemeinschaftspraxis
"Chirurgie und Enddarmpraxis Düsseldorf" gemeinsam mit PD Dr. R. Schneider.
Dr. med. Devid Tusek ist seit 2015 niedergelassener Facharzt und Darmspezialist in der Gemeinschaftspraxis "Chirurgie und Enddarmpraxis Düsseldorf" gemeinsam mit PD Dr. R. Schneider. Fotoquelle: Dr. Tusek

"Mein Mann hat schon längere Zeit ein unangenehmes Brennen und Jucken am After, und nun war sogar Blut im Stuhl. Ihm ist das total peinlich. Aber ich habe gesagt: Wir müssen zum Arzt gehen und das untersuchen lassen!", erklärte mir die Ehefrau eines 65-jährigen Patienten kürzlich, die ihren Mann zu meiner Sprechstunde begleitete.

Was für uns Proktologen das tägliche Brot ist, wird von den betroffenen Patienten teilweise als äußerst peinlich empfunden. Wir wissen das und achten sehr auf die Privatsphäre des Patienten. Deshalb fragen sich nach der Untersuchung nahezu alle unsere Patienten: Wieso habe ich das nicht schon viel früher gemacht?

Hämorrhoiden machen keine Beschwerden – solange sie nicht vergrößert sind. Sie erfüllen sogar eine sehr wichtige Aufgabe, denn das natürliche Gewebepolster verschließt den Darm nach außen. Als wichtigste Ursache für vergrößerte Hämorrhoiden gilt zu starkes Pressen bei hartem Stuhlgang, chronische Verstopfung, zu geringe Flüssigkeitszufuhr, ungesunde ballaststoffarme Ernährung und Stress. Hämorrhoiden können nicht bösartig werden. Allerdings ist Blut im Stuhl immer ein Alarmzeichen. Es können auch viele andere Erkrankungen am After zu diesen Beschwerden führen. Daher ist eine Untersuchung nötig, um andere Krankheiten auszuschließen.

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Die Behandlung von Hämorrhoiden richtet sich nach dem Schweregrad, in dem sich die krankhaft vergrößerten Gefäße befinden. Medizinisch unterschieden wird die Erkrankung in vier verschiedene Stadien. Je nach Ausprägung kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten in Betracht. Wer sich in einem frühen Stadium behandeln lässt, dem ist unter Umständen schon mit einer Salbenbehandlung geholfen oder der ist bereits nach einer zehnminütigen schmerzfreien Verödung therapiert. Wer zu lange mit dem Arztbesuch wartet, der muss eventuell einen kurzen Krankenhausaufenthalt einplanen.

Am besten ist es, die Wohlstandskrankheit ganz zu vermeiden. Das bedeutet: ausreichend trinken, sich ballaststoffreich ernähren, ab und zu auf Fleisch verzichten und ein regelmäßiger, weicher Stuhlgang. Viele Ballaststoffe stecken in Vollkornprodukten, Flohsamenschalen, Obst und Gemüse. Ballaststoffarm sind hingegen Weißbrot, Schokolade, Reis, Teigwaren oder Kartoffeln.

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