Viele Menschen in Deutschland sind übergewichtig. Oft haben sich die Pfunde quasi schleichend angesammelt. So wie bei meinem 67-jährigen Patienten, der regelmäßig zwei bis drei Kilo pro Jahr innerhalb des letzten Jahrzehnts zugenommen hatte.

Der Rentner war von seinem Hausarzt darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Laborwerte seiner Blutuntersuchung auf einen Diabetes mellitus Typ 2 hindeuteten. Auch sein Blutdruck war zu hoch. "Abnehmen und Sport treiben", lautete die Empfehlung des Hausarztes.

Vitaler sein und besser schlafen

Aber wie? Der Patient machte nur ungern Sport und war auch nicht von einer Änderung seines Speiseplans zu überzeugen. Ich schlug ihm deshalb vor, es mit Intervallfasten – und zwar der 16:8 Methode – zu versuchen. "Das heißt, Sie dürfen acht Stunden essen und müssen 16 Stunden fasten. Intervallfasten ist zwar keine Wunderlösung, aber es bringt neuen Schwung rein, da wo die klassischen Methoden scheitern", erklärte ich ihm. Ich gestand ihm zu, dass er sogar gelegentlich sein Lieblingsessen "Schweinshaxe mit Knödeln" verzehren dürfe. Obwohl grundsätzlich eine vollwertige, vegetarische Kost das Allerbeste für ihn sei. Aber Intervallfasten erfordert nicht grundsätzlich eine bewusste Ernährungsumstellung. Der Patient ließ sich gerne darauf ein.

Der Clou beim Intervallfasten ist: Ernährt man sich einigermaßen gesund und treibt zweimal die Woche mäßig Sport sind die Chancen eines Gewichtsverlusts hoch – ganz ohne den eigenen Lebensstil verändern zu müssen. Alkohol ist allerdings tabu. Beim Intervallfasten muss weder auf die Anzahl der Kalorien noch auf die verzehrte Nahrungsmenge geachtet werden. Die positiven Effekte auf den Körper passieren ausschließlich über die Einhaltung der Uhrzeiten. Wer sich daran hält, fühlt sich in der Regel auch vitaler und kann besser schlafen. Ein weiterer großer Vorteil dieser Methode ist, dass der Jojo-Effekt ausbleibt.