26.07.2021 Arzt-Kolumne

Kann eine Zahnversiegelung Karies verhindern?

Von Julia Thome
Dr. med. dent. Julia Thome ist Zahnärztin im Kölner Carree Dental. Tätigkeitsschwerpunkte sind Funktionsdiagnostik/-therapie und Wurzelkanalbehandlungen.
Dr. med. dent. Julia Thome ist Zahnärztin im Kölner Carree Dental. Tätigkeitsschwerpunkte sind Funktionsdiagnostik/-therapie und Wurzelkanalbehandlungen. Fotoquelle: privat

"Kann ich meine Zähne mit einer Zahnversiegelung vor Karies schützen", wollte kürzlich eine 30-jährige Patientin von mir wissen. "Diese Methode wird in erster Linie präventiv bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Grundsätzlich ist zwar auch eine Anwendung bei Erwachsenen möglich – vor allem, wenn tiefliegende Furchen eine gründliche Mundhygiene verhindern. Wesentliche Voraussetzung ist allerdings, dass die zu behandelnden Zähne noch keinerlei Spuren einer beginnenden Karies aufweisen", erklärte ich meiner Patientin.

Generell ist eine Zahnversiegelung unkompliziert: Nach der Reinigung des Zahns trägt der Zahnarzt eine hauchdünne Kunststoff-Beschichtung in der Tiefe der Kauflächen besonders kariesanfälliger Backenzähne auf. Diese lassen sich nur sehr schwer reinigen, da die Zahnbürste vielfach nur bedingt in die hier oftmals mehrere Millimeter tiefen Rillen und Furchen hineingelangt. Durch die Versiegelung werden diese Lücken geschlossen und die Zahnoberfläche geglättet. Bakterien finden im Zahnschmelz sozusagen kaum noch eine Angriffsfläche – eine weiterhin gründliche Zahnpflege vorausgesetzt.

Empfohlen werden Zahnversiegelungen bei den ersten bleibenden Backenzähnen. Die Kassen übernehmen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren die Kosten. Die effektive Wirkungszeit liegt bei bis zu zehn Jahren: Verschiedene Studien belegen, dass versiegelte Zähne etwa um 50 Prozent weniger Karies haben als unbehandelte. Regelmäßige Nachkontrollen sind insbesondere in den ersten Monaten wichtig, da sich die Versiegelungen ablösen können.

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Im Falle der Patientin war leider aufgrund einer leichten Karies keine Zahnversiegelung möglich. Ich empfahl ihr eine Kariesinfiltration gegen die oberflächlichen Schäden. Der Vorteil: Statt des Bohrers trägt der Zahnarzt mit Hilfe dünner Folien ein farbloses Kunststoff-Gel auf die kariöse Stelle auf. Dieses dringt in die Karies ein, füllt die poröse Schmelzschicht von innen auf und versiegelt den Zahn. Schädliche Säuren können somit nicht mehr eindringen.

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