24.03.2020 Arzt-Kolumne

Wenn der Kiefer knirscht

Von Frank Meckbach
Dr. med. Frank Meckbach ist niedergelassener Zahnarzt in Frankfurt am Main und spezialisiert auf Implantologie, Parodontologie und Sportzahnmedizin.
Dr. med. Frank Meckbach ist niedergelassener Zahnarzt in Frankfurt am Main und spezialisiert auf Implantologie, Parodontologie und Sportzahnmedizin. Fotoquelle: privat

Vor wenigen Tagen suchte mich eine 22-jährige Studentin auf. "Ich habe seit zwei Wochen ständig Schmerzen und Geräusche beim Öffnen des Mundes und beim Kauen", klagte sie. Ich fragte die junge Frau, ob sie zurzeit viel Stress habe. Sie bejahte, da sie sich in einer Prüfungsphase befand.

Stress kann ein Auslöser für Funktionsstörungen des Kauorgans sein. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Craniomandibuläre Dysfunktion. Zu den Geräuschen und Schmerzen können außerdem seitliche Kopfschmerzen, absteigende Nacken- und Rückenschmerzen sowie Ohrgeräusche wie Tinnitus auftreten.

Frauen sind häufiger betroffen

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Ungefähr fünf bis zehn Prozent der Deutschen leiden unter Kieferbeschwerden, davon viel häufiger Frauen als Männer. Wenn mich Patienten mit diesen Beschwerden aufsuchen, dann sind die häufigsten Ursachen neben Stress eine schlechte Körperhaltung, Fehler im Biss durch fehlende Zähne, schlechtsitzende Zahnprothesen sowie falsch angepasste Kronen oder Füllungen. Ursächlich ist der Stress am schwierigsten zu behandeln. Hier hilft nur eine Aufbiss- oder Knirschschiene, die meist nachts im Oberkiefer getragen wird. Diese verordnete ich auch meiner 22-jährigen Patientin. Zusätzlich kann sie zu Hause progressive Muskelentspannung speziell für Kiefer und Nacken machen. Bei manchen Betroffenen trägt außerdem Akupunktur zur Muskelent spannung des Kiefers bei.

Etwas schwieriger ist das Auffinden von geometrischen Fehlern, Bisslagefehlern und Fehlhaltungen. Bildgebende Verfahren wie CT und MRT liefern meist eine deutliche Antwort auf die Ursache der Kieferbeschwerden. In diesem Fall können die Beschwerden durch "Perfomanceschienen" korrigiert werden. Eine Craniomandibuläre Dysfunktion muss immer behandelt werden. Geschieht dies nicht, kann es im schlimmsten Fall zu massiven Gelenkschäden kommen.

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