28.06.2016 Gesundheit

Arzt-Kolumne: Wenn der Schuh drückt

Von Dr. Kay-Uwe Hoffmann
Dr. Kay-Uwe Hoffman, Orthopäde, Sportmediziner und leitender Arzt des Fachbereichs Fußchirurgie der Sportklinik Hellersen.
Dr. Kay-Uwe Hoffman, Orthopäde, Sportmediziner und leitender Arzt des Fachbereichs Fußchirurgie der Sportklinik Hellersen. Fotoquelle: privat

Als Knick-Senk-Fuß wird eine veränderte Fußform bezeichnet, die im allgemeinen Sprachgebrauch auch unter dem Begriff Plattfuß auftaucht und überwiegend Kinder betrifft.

Der Volksmund spricht daher auch von "Plattfußindianern". Die Veränderung zeichnet sich durch eine verstärkte Abknickung der Ferse in Richtung Fußaußenseite und ein Abflachen des Längsgewölbes auf der Fußinnenseite aus. Oft fällt die Fehlstellung bei den ersten Gehversuchen von Kleinkindern auf.

In der Entwicklung des kindlichen Fußes bedeutet sie einen Teilabschnitt auf dem Weg zum normalen Fuß, der in der Regel nach den ersten zehn Lebensjahren abgeschlossen ist. Dabei gibt es in der Entwicklung einige Unterschiede, die die Beurteilung nicht immer einfach machen. Solange die Fehlstellung des Fußes korrigierbar ist und nicht fortschreitet, kann man den Verlauf nur beobachten.

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Die Verordnung von Einlagen in diesem Zeitabschnitt ist sicher umstritten. Spezielle sensomotorische Einlagen haben aber in der Vergangenheit eine durchaus positive Unterstützung gezeigt. Man sollte auf jeden Fall auf diese Möglichkeit der konservativen Therapie zurückgreifen. Stellt man bei jährlichen Kontrollen jedoch fest, dass die Fehlstellung zunimmt und die Kinder etwa bei alltäglichen und sportlichen Belastungen über Beschwerden klagen, muss man an die Möglichkeit einer Operation und Wachstumslenkung denken.

Der ideale Zeitpunkt ist zwischen dem achten und zwölften Lebensjahr. Hier kann durch eine Schraube am Rand des Fersenbeines die Rückfußposition in einen normalen Zustand korrigiert werden.

Sie wird durch einen sehr kleinen Schnitt minimalinvasiv eingebracht. Nach zwei bis drei Jahren, wenn das Wachstum des Fußes abgeschlossen ist, ist die Entfernung problemlos möglich. Dann sind die Voraussetzungen für eine dauerhafte Korrektur gegeben. Alltagsbelastungen und Sportfähigkeit sind nicht eingeschränkt. Ergebnis: zufriedene Kinder und glückliche Eltern.

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