13.01.2022 Arzt-Kolumne

Koronare Herzkrankheit: schnelle Diagnose wichtig

Von Heinz-Wilhelm Esser
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als "Doc Esser" in TV und Hörfunk sowie als Buchautor.
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als "Doc Esser" in TV und Hörfunk sowie als Buchautor. Fotoquelle: WDR/Herby Sachs

"Wenn ich einen Berg hochgehe, dann habe ich immer Luftnot und Druck auf der Brust. Woher kann das kommen?", fragte mich ein 62-Jähriger vor einigen Tagen in meiner Praxis. Ich erklärte dem Patienten, dass man in diesem Falle von einer krankhaften Veränderung seiner Herzkranzgefäße ausgehen müsse.

Herzkranzgefäße liegen wie ein Kranz auf und um das Herz. Sie haben eine wichtige Funktion, da sie das Herz mit Sauerstoff versorgen. Zu einer Verengung führen Plaques, das sind Kalkablagerungen. Dies hat zur Folge, dass nicht genug sauerstoffreiches Blut den Herzmuskel versorgt. "Bei leichten Veränderungen kommt es dann unter Belastung zur typischen Angina Pectoris. Im fortgeschrittenen Krankheitsbild kann es bereits bei Ruhe zu Symptomen kommen", erklärte ich meinem Patienten.

Der medizinische Begriff für die Erkrankung lautet koronare Herzkrankheit. Je nach Beschwerdebild kann der Patient zunächst eine medikamentöse Therapie erhalten oder es empfiehlt sich eine Herzkatheter-Untersuchung. Die Behandlung verfolgt zwei Ziele: Beschwerden lindern und gefährlichen Folgen wie Herzinfarkt vorbeugen. Im Rahmen dieser Untersuchung prüft der Untersucher die Durchgängigkeit der Herzkranzarterien. Soll ten diese nach medizinischen Kriterien zu eng sein, kann durch einen Stent – ein kleines Röhrchen, das in die betroffenen Herzkranzgefäße gesetzt wird – die Verengung behoben werden.

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"Aber muss es denn direkt ein Herzkatheter sein?", fragte mich der 62-Jährige besorgt. "Bei fortgeschrittener Erkrankung oder ausgeprägter Symptomatik ist eine Herzkatheter-Untersuchung unumgänglich", antwortete ich ihm. Allerdings kann man ein weiteres Voranschreiten durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und eine medikamentöse Therapie zumindest verlangsamen. Allein durch eine Lebensstil-Änderung ist das Krankheitsbild aber nicht mehr rückgängig zu machen. Umso wichtiger ist das schnelle Diagnostizieren und die richtige medikamentöse Therapie dieser Erkrankung.

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