Solange es uns gut geht, möchten wir nichts von Gefahren wissen, die in der Zukunft drohen könnten. Dabei kann eine moderne Früherkennung vieles zu einem Zeitpunkt erkennen, zu dem es nicht zu bedrohlichen Krankheitsverläufen kommen muss. Das gilt ganz besonders für Brustkrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Daher übernehmen gesetzliche Krankenkassen für Frauen zwischen 50 und 69 im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms alle zwei Jahre auch die Kosten hierfür. Lange bevor sie sich ertasten lassen, können bei dieser Untersuchung schon kleinste Knoten erkannt werden: 35 Prozent der im Screening entdeckten bösartigen Tumore sind kleiner gleich 1 cm und 42 Prozent zwischen 1 und 2 cm, bei 75 Prozent der so ermittelten Fälle ist es noch zu keinem Befall der Lymphknoten gekommen. Das heißt, die frühzeitig erkannte Krebsentwicklung lässt sich meist noch rechtzeitig stoppen.

Die Mammographie kann zwar keine Erkrankung verhindern, aber je früher ein Tumor erkannt wird, umso besser lässt er sich behandeln. Durchgeführt wird die Untersuchung heute in speziellen Mammographie-Einheiten. Im ländlichen Raum kommen Mammobile zum Einsatz, mobile Untersuchungseinheiten, die mit modernsten medizinischen Geräten ausgestattet sind. Im Mammographie-Screening-Programm arbeiten Ärzte nach dem Prinzip der Doppelbefundung: Jedes der erstellten Bilder wird von zwei Ärzten unabhängig begutachtet. Auffällige Befunde werden noch innerhalb des Früherkennungsprogramms medizinisch abgeklärt.

Dass dennoch viele Frauen dieser Früherkennung mit bangem Herzen entgegenblicken, manche sogar ganz davon absehen, weil sie einen schlimmen Befund befürchten, ist menschlich. Verdrängung ist aber leider kein guter Ratgeber. Im Gegenteil: Sie führt zu negativen Stressphänomenen. Und je früher die Gefahr erkannt wird, desto größer ist die Chance, ihr mit erfolgreicher Behandlung zu begegnen.