Wie viel Zeit lässt uns der medizinische Alltag für menschliche Nähe? Die Wartezimmer sind voll, auch in den Krankenhäusern fehlt Personal. Das ist richtig. Aber das Argument der fehlenden Zeit lasse ich trotzdem ungern gelten. Zeit werden wir nie genug haben.

Es geht doch um die grundsätzliche Einstellung des Arztes oder Therapeuten: Ist der Patient für uns ein Mensch mit Ängsten, Hoffnungen und Gefühlen?

Natürlich ist es in der Klinik und in der Praxis heute viel schwieriger, eine individuelle und persönliche Atmosphäre zu schaffen. Aber es ist eine extrem wichtige Aufgabe. Wir können noch so sensationelle Therapieverfahren entwickeln und technische Möglichkeiten haben, um das Leben zu verlängern – wenn wir nicht wieder lernen, uns als Ärzte in den Patienten hineinzuversetzen, werden wir ihm nie wirklich gerecht werden.

Aber nicht nur Ärzte, das gesamte Personal in einer medizinischen Einrichtung kann durch seine Haltung, seine Art der Zuwendung dazu beitragen, dass Patienten sich von Anfang an gut aufgehoben fühlen.

Auch Medizinisch-Technische Assistentinnen und -Assistenten können hier eine wichtige Rolle spielen. Zu ihrer Aufgabe gehört es, Ärzte bei Diagnostik oder Therapie, unter anderem mit modernen bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Computer- oder Kernspintomographie oder in der Nuklearmedizin, zu unterstützen. Mit der Zunahme der technischen Anwendungsfelder findet sich hier für Medizinisch-Technische Radiologie-Assistentinnen und -Assistenten eine interessante Aufgabe, ein spannendes Berufsfeld, in dem sich Hightech und Zuwendung kombinieren lassen.

Spezialisierte MTRA-Schulen gibt es inzwischen bundesweit. Es freut mich immer, wenn sich junge Menschen für moderne Medizintechnik begeistern, die sich zum Wohl der Patienten für schonende und ambulante Verfahren einsetzen lässt, beispielsweise die inzwischen 30 Jahre alte Mikrotherapie.