30.05.2022 Arzt-Kolumne

Mit einem Chip den Stoffwechsel verbessern

Von Carsten Lekutat
Dr. Carsten Lekutat ist niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportarzt in Berlin, Buchautor sowie Moderator der MDR-Fernsehsendung "Hauptsache Gesund".
Dr. Carsten Lekutat ist niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportarzt in Berlin, Buchautor sowie Moderator der MDR-Fernsehsendung "Hauptsache Gesund". Fotoquelle: MDR

"Ich nehme schon zu, wenn ich ein Stück Torte nur anschaue. Mein Mann hingegen kann eine ganze Torte essen und bleibt schlank. Er sagt, dass er eben einen guten Stoffwechsel hat. Wieso funktioniert das bei mir nicht?", fragte mich eine stark gestresste, übergewichtige 35-jährige Rechtsanwaltsfachangestellte. "Sie können sich natürlich ab und zu auch mal für ein Stück Torte entscheiden, aber sie müssen möglichst am nächsten Tag dann einige Kalorien weniger verzehren", empfahl ich der Patientin.

Ernährung und Stoffwechsel sind etwas sehr Individuelles. Unterschiedliche Faktoren wirken auf den Blutzucker, sogar Stress steigert den Blutzuckerwert – genauso Nahrung. Blutzucker ist der Schlüssel zur Fettverbrennung. Wenn dem Körper reichlich Energie durch Nahrung zur Verfügung steht, wird Insulin ausgeschüttet. Das Hormon senkt nicht nur den Blutzucker, sondern hemmt auch den Fettstoffwechsel. Je höher der Insulinausstoß, desto mehr beginnt der Körper, Fett zu speichern.

Wer das verhindern möchte, kann erst mal kontrollieren, wann der eigene Körper wie viel Blutzucker ausschüttet. Hier hilft konsequente Kontrolle: "Mit einem aufklebbaren Mess-Chip, der Ihre Blutzuckerwerte an Ihr Smartphone weitergibt, können Sie kontrollieren und beeinflussen, wie Ihr Blutzuckerspiegel steigt", erklärte ich der Patientin.

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Ich selbst trage schon seit Jahren eine Fitnesswatch. Sie gibt mir Infos, wie viel ich mich bewege, wie schnell mein Herz schlägt und neuerdings auch, wie hoch die Sauerstoffsättigung in meinem Blut ist. Lange hatte ich mir gewünscht, dass meine Uhr noch andere Messwerte bereitstellen könnte. So würden mich zum Beispiel meine Entzündungswerte interessieren, mein Stresslevel, die Funktion meiner Abwehrzellen, aber auch mein aktueller Blutzuckerwert.

Und für genau diese Anwendung – den aktuellen Zuckerwert – gibt es jetzt einen Sensor, einen aufklebbaren MessChip. Ursprünglich für Diabetiker entwickelt, wird der rund zwei Zentimeter große und sehr flache Plastikchip auf die Haut des Oberarms geklebt und misst über eine kleine Nadel kontinuierlich und in Echtzeit den Gewebezucker des Trägers. "So können Sie testen, welchen Effekt Ihre Nahrung auf Ihren Blutzuckerspiegel hat, und können Ihre Ernährung entsprechend anpassen, um hohe Blutzuckerwerte zu vermeiden."

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