"Life with MS" – also das Leben mit multipler Sklerose – ist das Motto des diesjährigen Welt-MS-Tages am 31. Mai. Mit dem Aktionstag soll weltweit auf multiple Sklerose (MS) und die Belange von Menschen mit MS aufmerksam gemacht werden.

Aus gutem Grund: Viele Menschen denken nach wie vor, dass MS für Muskelschwund steht. Tatsächlich haben die beiden Erkrankungen nichts miteinander zu tun. Multiple Sklerose ist eine chronischentzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Auch die Annahme, dass Betroffene zwangsläufig im Rollstuhl landen, ist so nicht richtig.

In Deutschland sind aktuell nach neuen Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 200 000 Menschen an MS erkrankt. Frauen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Ursachen für die Erkrankung sind bis heute nicht vollständig geklärt. Krankheitserreger, wie das EpsteinBarrVirus (ein Herpesvirus), stehen im Verdacht, MS auszulösen. Auch gibt es Befunde dafür, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt.

Körpereigene Immunzellen greifen die "Schutzschicht" der Nerven an. Dadurch ist die Erregungsleitung in den Nerven gestört, Signale können nicht mehr korrekt übertragen werden. Die Folgen: neurologische Störungen, die individuell sehr unterschiedlich sein können. Zu den Symptomen zählen unter anderem Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Gangund Konzentrationsschwierigkeiten. Deshalb nennt man multiple Sklerose auch die Krankheit der 1000 Gesichter.

Besonders tückisch an MS ist, dass nicht alle Symptome für Außenstehende sichtbar sind. Das gilt zum Beispiel für die Fatigue und für verschiedene kognitive Einschränkungen. Die Fatigue ist eine belastende und lähmende Müdigkeit, die bei mehr als 80 Prozent der Menschen mit MS im Verlauf ihrer Erkrankung auftritt.