07.09.2021 Arzt-Kolumne

Warum die Mundschleimhaut ihre Farbe wechselt

Von Jochen H. Schmidt
Dr. Jochen H. Schmidt ist zahnärztlicher Leiter des Carree Dental in Köln. Er besitzt den "Master of Science in Oral Implantology and Surgery".
Dr. Jochen H. Schmidt ist zahnärztlicher Leiter des Carree Dental in Köln. Er besitzt den "Master of Science in Oral Implantology and Surgery". Fotoquelle: privat

Wegen kleiner Erosionen der Mundschleimhaut konsultierte mich vor ein paar Wochen eine 42-jährige Patientin. "Ich fürchte, dass dies bedrohliche Geschwüre sein könnten", berichtete mir die Patientin. Doch diese Angst konnte ich glücklicherweise schnell zerstreuen.

Denn bei den auffälligen Schleimhautablösungen handelte es sich um "Aphten": zwar schmerzhafte, aber in der Regel völlig harmlose Schädigungen der Mundschleimhaut. Viele Menschen sind davon immer wieder betroffen – unabhängig von Alter oder Geschlecht. Weshalb das so ist, konnte bis heute wissenschaftlich nicht geklärt werden. Da es noch keine wirksamen Medikamente gegen Aphten gibt, empfahl ich der Patientin lindernde pflanzliche Mittel wie Myrrhentinktur und Kamillen- oder Salbeitee. Eine Woche später bei der Kontrolle waren die Aphten ohne weitere Behandlung verschwunden – wie in den allermeisten Fällen.

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Die Mundschleimhaut – eine wenige Millimeter dünne Schicht – schützt die Mundhöhle vor besonders heißen, würzigen Nahrungsmitteln sowie anderen thermischen oder chemischen Einflüssen. Diese setzen der Mundschleimhaut ebenso zu wie auch eine zu harte Zahnbürste oder schlecht sitzende Zahnprothesen.

Erkrankt unsere Mundschleimhaut, so sind farbliche Abweichungen meist ein Alarmzeichen. Da dies auf eine ernste Erkrankung hinweisen kann, sollte umgehend der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder der Zahnarzt aufgesucht werden. Denn nicht immer sind die Farbveränderungen belanglos. So weisen Rötungen und Schwellungen beispielsweise in der Regel auf eine Mundschleimhautentzündung hin. Ursache sind unter anderem mangelhafte Mundhygiene sowie Bakterien, Pilze oder Viren.

Helfen können antibakterielle Mundspülungen. Zeigt der Blick in den Spiegel einen weißlichen Film auf der Mundschleimhaut, so könnte ein "Mundsoor" dahinterstecken. Bei stärkerem Befall verschreibt der Arzt etwa Anti-Pilzmittel in Form von Lutschtabletten. Betroffen sind vielfach Menschen mit schwachem Immunsystem oder nach Antibiotikagabe.

Kleine Bläschen und Fieber weisen oft auf schwerere Formen einer Mundschleimentzündung hin, die sogenannte "Mundfäule". Ist eine Schleimhautveränderung nicht nach 14 Tagen zurückgegangen, nimmt der Arzt eventuell eine Gewebeprobe, damit Ursachen wie eine Krebserkrankung ausgeschlossen werden können.

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