Vor einigen Tagen suchte ein 40-jähriger Patient meine Praxis auf. Er klagte über eine ständig laufende Nase, starken Juckreiz in der Nase und den Augen sowie Kratzen im Hals und Rachen. Zwar litt er unter diesen Symptomen auch in vergangenen Frühjahren, aber bei Weitem nicht so stark wie jetzt. Seine Beschwerden begannen bereits wenige Wochen nach dem Jahreswechsel.

"Kann ich denn schon ab Februar eine Pollenallergie haben?", fragte er mich. Die Antwortet lautet: Ja. Nach einem Allergietest auf der Haut des Patienten stand innerhalb von Minuten fest, dass er gegen Frühblüher allergisch ist. In einem milden Winter können Allergieverursacher wie Hasel-, Erlen- und Birkenpollen bereits ab Januar fliegen. Und wie dieser Patient haben viele Menschen mit Pollenallergie mit den Jahren zunehmenden Leidensdruck. Wenn nächtliche Atemnot und Asthma ähnliche Beschwerden hinzukommen, spricht man von einem "Etagenwechsel". Die Pollenallergie verursacht nicht mehr nur erkältungsähnliche Beschwerden, sondern kann Luftnot und Asthma auslösen. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden, deshalb empfehle ich, bei Verdacht auf Pollenallergie sofort einen Arzt aufzusuchen.

Wird die Pollenallergie frühzeitig behandelt, lindern verschiedene Medikamente, sogenannte Anti-Histaminika, die Beschwerden. Bei leichten Symptomen kann auch der Einsatz eines cortisonhaltigen Nasensprays helfen. Ist der Leidensdruck des Patienten jedoch zu hoch oder droht ein "Etagenwechsel", empfehle ich eine spezifische Immuntherapie. Durch sie wird die Allergie deutlich reduziert. Der Patient erhält das Allergen, auf das er allergisch reagiert, in Form einer monatlichen Spritze beim Arzt oder durch eine tägliche Tabletten- oder Tropfeneinnahme. Der Körper lernt auf diese Weise mit der Zeit, die Allergieauslöser zu tolerieren. Die Immuntherapie sollte mindestens drei Jahre durchgeführt werden. Bereits während der Therapie tritt eine deutliche Verbesserung der Symptome ein.