03.07.2023 Arzt-Kolumne

So schadet Nikotin den Zähnen

Von Dr. Lena Schlender
Dr. Lena Schlender ist Zahnärztin im Carree Dental in Köln.
Dr. Lena Schlender ist Zahnärztin im Carree Dental in Köln. Fotoquelle: Detlev Konnerth

Dass Rauchen der Gesundheit nicht zuträglich ist, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Doch wusstest du auch, wie schädlich Nikotin für die Zähne ist? Eine Zahnärztin erklärt, was du dagegen tun kannst.

„Als starker Raucher habe ich immer ziemlich schnell gelbverfärbte Zähne, deshalb komme ich für eine professionelle Zahnreinigung zu Ihnen“, erklärte mir ein 43-jähriger Taxifahrer kürzlich in meiner Sprechstunde, der als neuer Patient zu mir kam. „Neben optischen Makeln wie gelben oder braunen Verfärbungen können Ihnen allerdings unter anderem wesentliche Schäden für das Zahnfleisch drohen“, antwortete ich ihm.

Wer häufig zur Zigarette greift, der gefährdet auch seine dentale Gesundheit erheblich. Denn durch das gefäßverengende Nikotin wird das Zahnfleisch schlechter durchblutet und Heilungsprozesse im Mundraum verlangsamen sich. Darüber hinaus schwächt permanenter Nikotingenuss das Immunsystem, was das Parodonitum, also den gesamten Zahnhalteapparat, anfälliger für Bakterien macht. „Dadurch erhöht sich das Risiko einer Parodontitis“, erläuterte ich ihm. Wie Studien belegen, sind Raucher von dieser chronischen Entzündung des Zahnbetts weitaus häufiger als andere Menschen betroffen.

Erwiesen ist darüber hinaus, dass sich Rauchen auch negativ auf Speichelmenge-, und Zusammensetzung auswirkt, was wiederum Zahnerkrankungen fördert. Denn zu 95 Prozent aus Wasser bestehend, sorgt dieser natürliche „Schmierstoff“ dafür, dass die gesamte Mundhöhle feucht gehalten wird, was die Schleimhäute vor dem Austrocknen schützt. Zudem tötet Speichel Krankheitserreger wie Bakterien in der Mundhöhle ab, neutralisiert zahnschmelzgefährdende Säuren und versorgt die Zähne mit Kalzium. Nicht nur unsere echten Zähne leiden unter der Nikotinsucht. Selbst künstlichen Zahnwurzeln setzt Nikotin zu. Menschen, die regelmäßig rauchen, leiden vermehrt unter Periimplantitis, weiß ich aus jahrelanger Praxiserfahrung. Diese chronische bakterielle Infektion greift nicht nur das Zahnfleisch an, sondern kann auch Bereiche des Kieferknochens schädigen.

„Reduzieren lässt sich das Risiko einer Periimplantitits sowie weiterer negativer dentaler Folgen des Rauchens durch eine permanent gründliche Mundhygiene“, empfahl ich meinem Patienten. Diese sollte nicht nur die Zähne, sondern auch die Zahnzwischenräume umfassen – und somit unter anderem vor schädlichen Ablagerungen schützen. Empfehlenswert sind fluoridhaltige Zahncremes, die den Zahnschmelz stärken. Hilfreich sind darüber hinaus regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sowie mehrmals jährlich professionelle Zahnreinigungen.

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