Fast jeder Mensch hat mindestens einmal im Leben mit Rückenschmerzen zu tun. Wir geben Tipps, um sie in den Griff zu kriegen.

Wenn es so etwas wie Volksleiden gibt, dann gehören Rückenschmerzen definitiv dazu. Rund 25 Millionen Fehltage pro Jahr, gut neun Prozent, gehen in Deutschland alleine auf Kosten dieser Diagnose, wie Zahlen der Techniker-Krankenkasse belegen. Oder anders ausgedrückt: Fast 70.000 Beschäftigte fehlen deshalb täglich in Deutschlands Betrieben.

Mit Optimismus zu mehr Gesundheit

Abseits solcher Statistiken aber erzeugen Rückenschmerzen vor allem eines: Leid. Einer, der sich damit in all seinen Facetten bestens auskennt, ist Mediziner und prisma-Kolumnist Dietrich Grönemeyer. Seit Jahren forscht und behandelt der renommierte Arzt in diesem Bereich, sein auf Rückenleiden spezialisiertes Institut in Bochum feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. Jetzt hat er seine Erkenntnisse in Buchform veröffentlicht. "Mein großes Rückenbuch" heißt das 240 Seiten starke Werk – und darin ist ein breites Bündel an Themen versammelt: Vorbeugung, Diagnostik, Selbst- und Akuthilfe sowie ein Therapiespektrum "zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde, zwischen Hightech und Psychosomatik". Vor allem aber legt Grönemeyer, wie auch in seinen Kolumnen, Wert auf das Zwischenmenschliche, auf Themen wie Zuwendung, Lebensqualität oder Entspannung. Schon sein Vorwort macht das deutlich: "Wir haben enorme Fortschritte gemacht. Schaut man aber genauer hin, auch viele schmerzhafte Rückschritte. Weil wir vergessen haben, dass der Mensch, dieses Wunderwerk, für sehr viel mehr Bewegung geschaffen ist."

Wir sitzen zu viel. Wir sitzen zu falsch. Nur zwei der Allgemeinplätze, die aber so wahr sind. Und so widmet sich Grönemeyers Buch denn auch in vielen Kapiteln dem richtigen Training, dem Sport, Methoden wie Yoga oder Achtsamkeit, aber auch dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Schmerzen. Auf Grundlage fundierten Fachwissens breitet der praktizierende Arzt, Professor em. für Radiologie und Mikrotherapie und Bestsellerautor hier sein ganzes medizinisches Universum aus. Mitfühlend, verständlich, praxisund alltagsnah. Ein Buch, das nicht nur aufklärt, sondern vor allem Mut macht mit dem typisch Grönemeyer’schen Optimismus auf jeder Seite.

Therapie durch Vibration

Nach der Theorie allerdings kommt die Praxis. Bietet Grönemeyers Buch hier schon allerlei Tipps und Hilfestellungen, gibt es im Handel auch eine Vielzahl an Geräten zur Mobilisierung und Behandlung von Rückenschmerzen. Und gerade im Winter, wenn das Wetter grau und trüb ist, fällt es vielen Menschen schwer, sich aufzuraffen, um zur Rückenschule oder ins Fitnessstudio zu gehen; dann können solche Hilfsmittel ein guter Ersatz für zuhause sein.

Eine Möglichkeit, etwas für sich und seinen Rücken zu tun, ist eine Massagerolle mit Vibrationsfunktion wie die Inoroll (www.vibinnovation.de/inoroll), die von der Firma vib.innovation in Wernigerode hergestellt wird. Diese Rolle wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten entwickelt, ihre Wirkung wurde durch Studien bestätigt und sie wird unter anderem von der Aktion Gesunder Rücken empfohlen.

Dabei nutzt diese Massagerolle das Prinzip der reflexinduzierten Muskelkontraktion. Hierbei werden die Muskeln durch die mechanische Vibration passiv gedehnt. Diese Dehnung wird von Sensoren im Muskelgewebe registriert und ans Rückenmark gemeldet. Dort wird das Signal als Impuls erkannt und zum Muskel zurückgesendet. Dieser zieht sich daraufhin reflexartig zusammen. Die Wirkung ist erstaunlich. Innerhalb von Sekunden entspannen sich die Muskeln, ein angenehmer, zu Beginn recht kräftiger Massageeffekt setzt ein und die Durchblutung wird spürbar gefördert.

Im Bereich des Rückens lässt sich die Inoroll etwa im Sitzen einsetzen, um die untere Rückenmuskulatur zu aktivieren und Verspannungen zu lösen. Nach Angaben des Herstellers genügen schon zehn Minuten täglich, um spürbare Verbesserungen herbeizuführen – und das ganz bequem, etwas beim Lesen oder vor dem Fernseher. Eine neue Studie aber zeigt noch mehr: Regelmäßiges Training mit der Rolle soll helfen, das Stresshormon Cortisol abzubauen und für vermehrte Glücksgefühle zu sorgen. Und die, wir erinnern uns an Dietrich Grönemeyer, sind für unsere Gesundheit mindestens genauso wichtig wie Bewegung oder Ernährung.

Gesundheitstag zum Thema Rücken

Wer nun glaubt, Rückenschmerzen beträfen nur ältere Menschen, der irrt. Acht von zehn Deutschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen, darunter auch immer mehr Jüngere. Deshalb hat sich jetzt der Bayerische Rundfunk dieses Themas angenommen und für den 7. November erstmals den BR-Gesundheitstag angekündigt (www.br.de/gesundheitstag). Unter dem Motto "Tu was für deinen Rücken" steht im ersten Jahr die Rückengesundheit im Fokus. Ziel ist es, bei einer Problematik, die so viele betrifft, seriösen Rat und verlässliche Orientierung zu geben – und das über Sendungsgrenzen hinweg.

Den Auftakt im Fernsehen macht um 19 Uhr die Sendung "Gesundheit!", in der Moderatorin Veronika Keller sich des Themas annimmt. Und um 20:15 Uhr sendet der BR dann "Gesundheit! Die Show", moderiert von Fero Andersen und Caro Matzko. Die 90-minütige Sendung soll "einen ganz neuen und ungewohnten Zugang" zum Thema eröffnen. Neben Experten im Studio vermitteln auch Spiele, Experimente und Comedy-Einlagen Tipps und Tricks, überraschende Fakten und aktuelle Kontroversen. Doch auch der BR-Hörfunk beteiligt sich an dem Gesundheitstag, darüber hinaus gibt es im Internet auch Umfragen, Tipps und Übungsvideos zum Thema.