Wer es im Rücken hat, ist mit der Vermutung einer Diagnose oft schnell bei der Hand. Man tippt auf einen Bandscheibenvorfall, vielleicht auch auf einen Hexenschuss. Doch nicht immer ist das Schlimmste zu befürchten.

Der Schmerz, so belastend er sein mag, könnte auch von dem sogenannten Piriformis-Syndrom verursacht worden sein: von der Verspannung des Gesäßes sowie der Rücken- und der Oberschenkelmuskulatur, ausgehend von einem großen, birnenförmigen Muskel, der sich vom Kreuzbein zum Oberschenkelknochen erstreckt. Diese Diagnose ist häufiger des Rätsels Lösung, als Betroffene meinen möchten. Und nicht immer, aber doch sehr oft, kann sie sich der Patient sogar selbst stellen: Man legt sich auf den Rücken und hebt das schmerzende Bein allein oder mit der Hilfe anderer nach oben. Sind dabei keine Schmerzen mehr zu spüren, kann es sich tatsächlich um eine Piriformis-Verspannung handeln.

Massieren und stretchen

Der Verspannung zugrunde liegen können eine Verkürzung der Haltemuskulatur, häufiges falsches Bücken und Heben, einseitiges Sitzen, eine unsymmetrische Fußbelastung oder Stürze auf das Gesäß. Ebenso kommt das Piriformis-Syndrom bei Sportlern vor, die mit starker Muskelanspannung trainieren, ohne den entspannenden Dehnübungen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

Sind die Schmerzen aber erst einmal eingetreten, können lokale Triggerpunkt-Massagen, gezieltes Stretchen, Physiotherapie oder Pflasterklebebänder (Tapes) helfen. Ein Tape stellt den behandelten Muskel nicht vollständig ruhig, sondern verhindert nur unerwünschte Bewegungen. Droht die Verspannung jedoch chronisch zu werden, ist eine medikamentöse Behandlung notwendig.

Bewegung beugt vor

Doch soweit muss es nicht kommen, wenn wir körperlich aktiv sind oder werden. Gerade die warme Jahreszeit bietet viele Möglichkeiten zur Bewegung im Freien. Sie beugen damit Verspannungen vor und am Ende eventuell sogar einem Bandscheibenvorfall. Deshalb, wenn Sie es wieder einmal "im Rücken" haben, denken Sie auch an den Birnenmuskel, den Musculus piriformis ...