Was tun bei Schlafstörungen? Bei der großen prisma-Telefonaktion, die wir kürzlich durchgeführt haben, wollten die Leser von unseren Experten alles darüber wissen, wie sie gut ein- und durchschlafen können. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Leserfrage: In den letzten Jahren wache ich morgens immer früher auf und kann nicht mehr einschlafen. Ist das normal?

Apothekerin Julia Meidel, Ring-Apotheke in Neumünster: Mit zunehmendem Alter verändert sich bei vielen Menschen der Tag-Nacht-Rhythmus. Vielleicht gehen sie früher zu Bett oder halten Mittagsschlaf. Dann ist der Nachtschlaf oft früher vorbei als gewünscht.

Leserfrage: Woran erkenne ich, ob ich tatsächlich an einer Schlafstörung leide?

Apothekerin Julia Meidel: Um eine echte Schlafstörung zu diagnostizieren, sollten sie am besten einen Arzt aufsuchen. Dieser wird mit ihnen die verschiedensten Fragen abklären: Beispielsweise wie lange Sie brauchen, um einzuschlafen. Oder wie oft und wie lange Sie nachts wachliegen. Und ob Sie sich tagsüber fit oder eher erschöpft fühlen. Wie leicht Ihnen das morgendliche Aufstehen fällt und vieles mehr. Manchmal ist auch das Führen eines Schlaftagebuchs sinnvoll.

Leserfrage: Mein Mann kann abends oft nicht einschlafen, besonders wenn er am Computer gesessen hat. Gibt es da einen Zusammenhang?

Apotheker Thomas Kelz, Punkt-Apotheke in Bocholt: Das liegt nahe, denn das sogenannte blaue Licht von Computer-, Tablet- oder Handy-Bildschirmen verhindert die fürs Schlafen wichtige Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Unser Körper bekommt also das Signal "wach bleiben" statt "müde werden". Ihr Mann sollte in den letzten zwei Stunden vor dem Zubettgehen besser nicht mehr am Bildschirm sitzen.

Leserfrage: Was kann ich tun, um abends besser einschlafen zu können?

Apotheker Thomas Kelz: Schlaffördernd kann Folgendes wirken: regelmäßige Einschlaf- und Weckzeiten einhalten, den Schlafraum mit Frischluft fluten und auf circa 18 Grad Celsius temperieren, nicht zu viel und zu fett vor dem Schlafengehen speisen, auf Alkohol verzichten, kein Sport direkt vor dem Schlafengehen, Aufregungen vermeiden und kein Koffeein ab dem Nachmittag.

Leserfrage: Welche körperlichen und seelischen Folgen hat Schlafmangel?

Apotheker Dr. Alfred Stuhler, Neue Apotheke in Blaubeuren: Ein deutlicher Schlafmangel kann erhebliche körperliche und seelische Folgen haben: Etwa nachlassende Konzentration und Leistungsfähigkeit, Gereiztheit, Erschöpfung, Frieren, Kopfschmerzen oder vermehrte Infekte können Anzeichen dafür sein. Dauerhafter Schlafmangel kann übrigens auch Auswirkungen auf das Gewicht haben. Menschen, die zu wenig schlafen, nehmen zu oder ab, was auch nicht gut für den Körper ist.

Leserfrage: Ich habe gelesen, dass Passionsblume schlaffördernd ist. Wie funktioniert das?

Apotheker Dr. Alfred Stuhler: Die Passionsblume kann in der Tat zu einem tiefen und erholsamen Schlaf verhelfen. Denn ihre Wirkstoffe aktivieren eine Art körpereigenen Schlafschalter. 30 Minuten vor dem Schlafengehen wird das Arzneimittel eingenommen. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt.