Es ist immer wieder verblüffend. Man leidet an Rückenschmerzen, und plötzlich tut es an Stellen weh, die weit weg von der Wirbelsäule liegen. Des Rätsels Lösung ist im Grunde ganz einfach. Man muss nur wissen, dass der Rücken als ein zentrales Organ über zahllose Nervenbahnen mit den verschiedensten Regionen, mit Organen und Gliedmaßen vernetzt ist, sozusagen vom Scheitel bis zur Sohle.

So kann uns etwa der Fuß schmerzen, obwohl er an sich völlig gesund ist. Denn aus den Wirbeln treten Nervenbündel aus, die zu jeweils unterschiedlichen Bereichen des Körpers führen. Wenn diese Versorgungswege gestört sind, weil etwa eine Bandscheibenläsion oder eine Arthrose in den kleinen Wirbelgelenken die Nerven quetscht, können die Organe betroffen sein. Leider wird dieser im Grunde einfache Zusammenhang bei vielen Diagnosen nicht hinreichend berücksichtigt. Die geplagten Patienten laufen dann vergeblich von Arzt zu Arzt.

Dabei könnte man die Ursache mit einer sorgfältigen Untersuchung oder einem bildgebenden Verfahren leicht erkennen. Schnell würde sich herausstellen: Kopfschmerzen und Schwindelgefühle, aber auch Schlaflosigkeit und Nackenverspannungen können damit zusammenhängen, dass in der Halswirbelsäule Nerven gereizt sind, gerade am Atlaswirbel, wo Nerven liegen, die die Blutzufuhr zum Gehirn steuern.

Störungen in der Brustwirbelsäule können sich als Druck und Schmerz in der Herzgegend bemerkbar machen. Was scheinbar auf Herzprobleme hindeutet, hat dann mit dem Herzen selbst nichts zu tun.

Am obersten Lendenwirbel treten die Nerven aus, die den Dickdarm und die Leisten versorgen. Störungen können Bauchdruck auslösen oder wie eine Reizung des Darms erscheinen. Trauen Sie also nicht immer dem vordergründigen Eindruck. Beobachten Sie sich selbst und sprechen Sie Ihren Haus- oder Facharzt auf einen Zusammenhang organischer Beeinträchtigungen mit dem Rücken an.