Viele Beeinträchtigungen, die wir dem Alter zuschreiben – weniger Beweglichkeit, Gelenk- und Rückenschmerzen – sind überwiegend Folgen falschen Verhaltens. Weil wir uns immer weniger bewegen, werden wir schwächer und über die Jahre so ungelenkig, dass es manchmal schmerzt. Nicht nur die Überbeanspruchung, auch das Nichtnutzen führt zum Verschleiß der Gelenke und zur Arthrose.

Der Gedanke "Ich muss mich schonen, ich habe ja Schmerzen" ist in den allermeisten Fällen ein falscher. Vielmehr gilt: "Nur was genutzt wird, bleibt. Was ungenutzt bleibt, verkümmert." Ohne Beanspruchung bauen die Muskeln ebenso ab wie Gelenke, Sehnen, Bänder oder Faszien. Insbesondere dem Rücken schadet die mangelnde Bewegung auf schmerzhafte Art und Weise.

Übergewicht tut dann oft noch ein Übriges. Außerdem führen seelische Anspannung und negativer Stress dazu, dass sich die Rückenmuskeln verkrampfen. Indem wir Stunde um Stunde sitzend verbringen, tagsüber bei der Arbeit, abends vor dem Fernsehapparat, vernachlässigen wir unseren Rücken sträflich.

Sitzen ist das neue Rauchen, wie eine große Krankenkasse unlängst feststellte. Die Statistik besagt, dass die Deutschen im Durchschnitt über sechs Stunden täglich stillsitzen. Kaum fünf Minuten bewegen wir uns dagegen so, dass wir überhaupt noch einmal aus der Puste kommen. Und selbst dann, wenn wir uns "fit" machen wollen, geht es allzu oft lediglich um den äußeren Anschein, den flachen Bauch, den Brustkorb oder den straffen Po.

Unser Rücken ist jedoch ein Sensibelchen. Die Schmerzen, die er verursacht, sind eine Aufforderung, ihn nicht länger zu vernachlässigen: ihm die Bewegung zu gönnen, die er braucht. Dazu bedarf es nicht viel, keinesfalls irgendwelcher Kraftakte aus dem Stand heraus.

Viel wäre schon gewonnen, wenn wir unseren täglichen Sitzmarathon immer mal wieder unterbrechen würden, um ein paar Schritte zu gehen, uns aufzurichten und zu strecken.