Manchmal kommt die Pflegebedürftigkeit plötzlich, manchmal ist es ein Prozess, der sich über einen langen Zeitraum zieht. Doch immer kommt irgendwann der Punkt, an dem es nicht mehr weitergehen kann wie bisher. Dann muss schnell eine Lösung gefunden werden, mit der der Betroffene und sein Umfeld gut leben können.

Viele Menschen wünschen sich, dass sie in ihrem Zuhause bleiben können. Dafür muss es aber hinreichend barrierefrei sein, sodass etwa Rollator und Rollstuhl durch die Türen passen, Höhenunterschiede durch Rampen oder Treppenlifte ausgeglichen werden können und das Bad sicher genutzt werden kann. Für entsprechende Umbauten kann es unter Umständen Zuschüsse von der Pfle - gekasse geben – wenn bereits die Einstufung in einen Pflegegrad vorliegt.

Viele Pflegebedürftige profitieren von der Unterstützung durch Angehörige, Freunde und Nachbarn. Manchmal entwickelt sich ein richtiges Netz, in dem verschiedene Aufgaben verteilt sind. Zusätzlich können Angebote wie "Essen auf Rädern" oder ein Hausnotruf genutzt werden und dazu beitragen, dass ein Leben im eigenen Zuhause weiter möglich ist. Wird mehr medizinische Hilfe bei der Pflege benötigt oder brauchen die Angehörigen Entlastung, sind Pflegedienste oder Tagespflegeeinrichtungen eine Option. Finanzielle Unterstützung gibt es von der Pflegekasse in Form von Pflegegeld. Wird jemand schwerer pflegebedürftig, steigt auch der finanzielle Beitrag.

Wer keine Angehörigen in der Nähe hat, kann möglicherweise dank einer 24-Stunden-Pflege im eigenen Zuhause bleiben. Dabei wohnt eine Betreuungsperson mit in der Wohnung oder im Haus und kümmert sich um Haushalt, Kochen, Waschen und mehr. Oft ist zusätzlich ein Pflegedienst involviert, da die Betreuerinnen – häufig Frauen aus Osteuropa – nicht immer medizinisch ausgebildet sind. Die Frauen bleiben meist für mehrere Wochen und werden dann abgelöst. Ihnen sollte ein eigenes Zimmer als Rückzugsort zur Verfügung stehen und möglichst auch ein eigenes Badezimmer. Den Kontakt zu den Betreuern vermitteln häufig Agenturen. Abzuraten ist von Schwarzarbeit.

Wer gut in Gesellschaft leben kann, für den kann eine Pfle ge-WG eine Alternative sein. Dort leben mehrere Pflegebedürftige, etwa auch mit Demenzerkran - kung, in einem familiären Umfeld zusammen und werden dort von Angehörigen und Pflegekräften umsorgt. Ihnen bleiben meist mehr Freiheiten als in einem Pflegeheim, beispielsweise kann manchmal das Haustier bleiben. Ein hohes Maß an Selbstständigkeit ermöglicht auch das betreute Wohnen, das oft an Pflegeeinrichtungen angegliedert ist. Der Pflegebedürftige hat seine eigenen vier Wände, kann aber auf Unterstützung in der Pflege zurückgreifen und häufig an Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen. Geht es irgendwann nicht mehr alleine, kann ein Zimmer im Pflegeheim bezogen werden.

Wer in ein Seniorenheim ziehen möchte, sollte sicher sein, dass er sich dort wohlfühlt. Dabei ist das Umfeld wichtig, vor allem aber die Qualität und die Atmosphäre in der Einrichtung. Durch das Vergleichen mehrerer Heime und Gespräche vor Ort bekommen Angehörige und Pflegebedürftige oft einen guten Eindruck.