Vitamine sind Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Deshalb hat das Vitamin D eine Sonderstellung, weil es mit Hilfe von Sonnenlicht selbst gebildet und zusätzlich mit der Nahrung aufgenommen werden kann. Wie viel Vitamin D der Körper selbst herstellen kann, hängt von zahlreichen Faktoren ab – wie Wohnort, Sonnenstand, Alter und Lebensgewohnheiten.

Damit der Körper durch die Sonneneinstrahlung genügend Vitamin D produziert, reicht es in Deutschland, wenn ein Erwachsener fünf bis 25 Minuten am Tag Sonne tankt, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Dabei sollte ein Viertel der Körperoberfläche – etwa Gesicht, Hände und Teile von Armen sowie Beinen – Sonne abbekommen. Vorsicht jedoch vor einem Sonnenbrand!

Eine zusätzliche tägliche Vitamin-D-Einnahme führt nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen. Der Gesundheitsforscher Michael Allan hat 2016 alle in den letzten zehn Jahren veröffentlichten Studien untersucht. Er hat herausgefunden: Nur mit der zusätzlichen Einnahme von Calcium (500 mg/Tag) können Knochenbrüche geringfügig verringert werden, die Einnahme von hohen Mengen (20 000 IE und mehr) führt sogar zu gering vermehrten Stürzen.

Es gibt keine Belege dafür, dass nur durch die Einnahme von zusätzlichen Dosen Atemwegsinfektionen vorgebeugt werden kann oder sich Depressionen verringern lassen. Effekte, dass vermehrtes Vitamin D möglicherweise wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist, dass es das Risiko für Diabetes und einige Krebsarten senken könnte, lassen sich somit ebenfalls nicht eindeutig belegen.

Deshalb eher die Empfehlung: Je älter man ist, desto länger sollte man sich dem natürlichen Sonnenlicht aussetzen und sich bewegen. Ob für die Wintermonate eine tägliche Einnahme von Vitamin D3 Nutzen bringt, sollte daher individuell entschieden werden. Die richtige Dosis sollte immer begleitet sein von einer gesunden, ausgewogenen Ernährung mit ausreichend anderen Vitaminen und Bewegung.