Umfragen zufolge glauben 70 Prozent der Deutschen, dass das Lesen am Bildschirm schlecht für die Augen sei. Das ist so nicht ganz richtig: Weder der Computermonitor noch das Smartphone-Display an sich können den Augen schaden.

Wer aber nach der Arbeit auch noch den Großteil seiner Freizeit auf Bildschirme starrt, könnte trockene Augen bekommen. Im englischsprachigen Raum spricht man auch vom Office-Eye-Syndrom, das sich durch juckende, brennende und tränende Augen bemerkbar macht. Gegen solche akuten Symptome kann eine freiverkäufliche Tränenersatzflüssigkeit helfen.

Wer vorbeugen möchte, sollte während der Bildschirmarbeit alle paar Minuten bewusst blinzeln, damit das Lid das Auge mit Tränenflüssigkeit befeuchtet, und den Blick durchs Fenster in die Ferne schweifen lassen. Wer außerdem nicht raucht, sich gesund ernährt und viel Zeit im Freien verbringt, kann Augenerkrankungen vorbeugen.

Vor allem Kinder und Jugendliche sollten täglich mindestens ein bis zwei Stunden im Freien spielen, weil Tageslicht Kurzsichtigkeit vorbeugt. Da Smartphone, Videospiele und Co. aber Freizeitaktivitäten wie Spielplatz und Sport zunehmend verdrängen, bewegen sich immer weniger Kinder ausreichend an der frischen Luft.

Studien zeigen, dass Menschen, die viel Naharbeit wie Lesen, Computernutzung oder Fernsehen erledigen, häufiger an einer Sehschwäche leiden. Dies gilt aber für jede Tätigkeit, die sich auf maximal einer Armlänge Entfernung vor den Augen abspielt. Egal ob man den ganzen Tag am Computer spielt oder Knöpfe annäht.

Generell spricht aber nichts dagegen, sich gelegentlich mit Handy oder Tablet zu beschäftigen. Für Sehbehinderte kann das Lesen auf den Geräten sogar einfacher sein, weil sie die Schrift vergrößern können. Die Beleuchtung des Displays sollte an die Lichtverhältnisse angepasst sein, sodass es weder zu dunkel ist noch blendet. Optimal hält man 50 bis 80 Zentimeter Abstand zwischen Augen und Bildschirm ein.