Wenn aus Joggen Leidenschaft wird, entsteht als Motivationsziel das Bedürfnis, an einem klassischen Marathon teilzunehmen. Der Weg dahin ist geprägt durch viel Training, zahlreiche Rückschläge und buchstäblich lange Wege. Obendrein wird er oft unterbrochen durch heftige Schmerzen an der Schienbeinkante, die kein geregeltes Training mehr zulassen.

Beim sogenannten medialen Schienbeinkantensyndrom handelt es sich um ein Überlastungssyndrom, das häufig bei Langstreckenläufern, Sprintern, Hochspringern, Fußballern, insbesondere aber bei untrainierten Joggern vorkommt. Der Körper rächt sich für eine Überbelastung. Hauptursachen sind Fehlstellungen im Bereich der Beine und Füße, Lauftechnik, Laufschuhe, Laufterrain und fehlerhaftes Training. Häufig sieht man eine verlängerte Kippbewegung des Fußes nach innen während der Stützphase.

Was tun, wenn es trotz behutsamen Trainings, guter Beratung und professionellen Schuhwerks doch einmal dazu kommt? In jedem Fall schon bei kleinsten Anzeichen einen Fachmann aufsuchen – um größere Komplikationen erst gar nicht auftreten zu lassen.

Von ärztlicher Seite muss zunächst immer ein Ermüdungsbruch im Röntgenbild ausgeschlossen werden. Danach gilt es, zu differenzieren zwischen Ansatzschmerz der tiefen Beugemuskulatur am Unterschenkel und funktioneller Enge zwischen Muskelhülle und Muskulatur.

Laufbandanalyse, Sportschuhberatung und sensomotorische Einlagen helfen bei Ansatzbeschwerden. Sportmediziner bieten hier meistens einen Rundum-Service. In jedem Fall bietet es sich an, eine präventive Beratung vor dem neuen Trainingsplan in Angriff zu nehmen.

Sollte ein sogenanntes funktionelles Kompartmentsyndrom vorliegen, das eine Enge zwischen Muskulatur und Hülle auszeichnet, kann eine minimalinvasive Faszienspaltung durchgeführt werden – wenn die Beschwerden sich durch eine klassische Therapie nicht lindern lassen.