Winter bedeutet Stress für jeden Hauttyp. Wie Sie speziell Gesicht und Hände gegen Kälte und trockene Luft schützen, verrät der Mainzer Hautarzt Dr. Uwe Kirschner.

Wird es kalt, versucht der Körper, die Hautoberfläche zu verkleinern, um weniger innere Wärme zu verlieren. "Die Blutgefäße ziehen sich zusammen. Das drosselt die Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff, der Stoffwechsel der Haut läuft auf Sparflamme", sagt Dr. Uwe Kirschner, Facharzt für Dermatologie aus Mainz. "Deswegen sehen wir im Winter oft blass und grau aus." Zudem produziere die Haut bei Kälte weniger Talg. Dieser natürliche Fettfilm schützt unsere Haut vor Umwelteinflüssen und Feuchtigkeitsverdunstung. Was tun gegen die witterungsbedingte Austrocknung, die Heizungsluft ebenso wie dicke Schals und Rollkragenpullover zusätzlich reizen können? Als wintergerechte Hautpflege empfiehlt der Hautarzt:

Richtig reinigen

• Duschen: nur kurz, nicht zu heiß, mit pH-hautneutralem Dusch-Öl. Reinigungsprodukte vor allem bei täglicher Nutzung sparsam dosieren.

• Baden: maximal zweimal wöchentlich in unter 35 Grad Celsius warmem Wasser. Badezusätze und -öle sollten rückfettend, pH-neutral und feuchtigkeitsspendend sein.

• Danach: rückfettende Bodylotion verwenden, idealerweise mit hohem Anteil an Feuchtigkeitsbindern wie Urea (siehe Infokasten).

Richtig pflegen

• Im Winter braucht die Haut mehr Feuchtigkeit. Pflegemittel wie Lotionen sollten sie explizit spenden. Für die meisten Hauttypen ist zusätzlich eine reichhaltigere ("fetthaltige") Pflege ratsam. Empfehlung: Wasser-in-Öl-Emulsionen, etwa mit pflanzlichen Ölen wie Argan, Linolsäure oder Sheabutter.

• Den ganzen Körper eincremen.

Auf Problemzonen achten

• Lippen: Pflegestifte oder Lippencreme morgens und abends auftragen.

• Gesicht: ein- bis zweimal pro Woche pflegende Feuchtigkeitsmasken anwenden.

• Hände: mindestens morgens und abends, besser nach jedem Waschen, feuchtigkeitsspendende Handcreme auftragen. Spezielle Cremes pflegen Fingernägel. Zusätzlich Handschuhe gegen Kälte und Austrocknung tragen.

• Füße: Fußcremes mit Urea verringern Risse und Hornhaut. Für bessere Wirkung direkt nach dem Auftragen Socken anziehen.

• Fettige Haut, Akne: statt fetthaltiger Produkte lieber mehrmals täglich feuchtigkeitsspendende Lotionen benutzen.

• Neurodermitis: Pflegeprodukte mit Urea oder Panthenol helfen gegen Spannen und Jucken. Wasser-in-Öl-Emulsionen schützen vor Kälte und Austrocknung.

• Männer: Ihre Haut ist genauso pflegebedürftig wie die von Frauen. Wegen der unterschiedlichen Beschaffenheit ausgewiesene Produkte wie Gesichtscremes für Männer wählen.

• Kinder: Ihre Haut hat eine dünnere Hornschicht als die von Erwachsenen und trocknet daher schneller aus. Nicht zu oft, nicht zu heiß baden. Altersspezifische Pflegeprodukte nutzen, warm anziehen.

Hautstress vermeiden

• Bis zum Frühjahr verzichten auf: Hydrogele, Pflegeprodukte mit Alkohol (Gesichtswasser), Peelings (ausgenommen ärztlich beaufsichtigte Fruchtsäure-Peelings bei Akne).

• Auf Bergen und Skipisten ist UV-Schutz Pflicht. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30 verwenden, besser 50. Spezielle Produkte bilden eine Kältebarriere. Ohren eincremen, für Lippen Balsam mit Sonnenschutz und UV-Filter verwenden.

• Luftfeuchtigkeit in Innenräumen bei 40 bis 60 Prozent halten, etwa mit Pflanzen wie Zyperngras oder Luftbefeuchtern (Wasser-behälter an der Heizung, Vaporisateure).