Kürzlich kam ein Mann in meine Sprechstunde, bei dem bei einer vorangegangenen Untersuchung in einer Klinik ein noch gutartiger Tumor im Magen entdeckt worden war. Für den Patienten boten sich nun zwei Möglichkeiten: Entweder konnte er abwarten und das Tumorwachstum engmaschig beobachten oder aber ihn entfernen lassen. Denn schließlich handelte es sich um eine Krebsvorstufe – und die sollte man besser entfernen lassen.

Nun hatte ihm sein behandelnder Arzt von einer Methode erzählt, die wir in unserer Klinik anwenden: die endoskopische Vollwand-Entfernung, unter Fachleuten "eFTRD" (Endoscopic-Full-Thickness-Resection-Device) genannt. Darum schickte ihn sein Arzt dann auch zu uns.

Bewährtes Verfahren

Keine Operation und trotzdem sei der Tumor anschließend entfernt – das gefiel dem Patienten ausnehmend gut. Auch noch, als ich ihm dieses endoskopische Verfahren ausführlich erläuterte. Ein Verfahren, das wir bereits seit mehreren Jahren erfolgreich im Bereich des Dickdarms einsetzen und wenn nach einer Polypabtragung unklar ist, ob alle Anteile des Polypen bzw. frühen Karzinoms vollständig entfernt wurden. Neu ist, dass wir damit nun auch Geschwulste im Bereich des Magens und Zwölffingerdarms entfernen können.

Spezialgeräte mit Titan

Hierbei wird im Rahmen einer Magenspiegelung die komplette Magenwand des betroffenen Bereichs in eine Kappe hineingesaugt. Dazu bekommt das Endoskop einen speziellen Geräteaufsatz. Wir können so Tumore bis zu zweieinhalb Zentimetern Größe entfernen. Die verbleibenden Ränder raffen die Ärzte mit einem Titanclip. Natürlich führen sie den Eingriff bei einer leichten Narkose durch, so dass der Patient nichts spürt. Auch dauert die Entfernung nicht viel länger als eine normale Magenspiegelung.

Schnell wieder zuhause

So haben wir das auch bei diesem Patienten gemacht. Er blieb nach der geglückten Tumorentfernung noch einen Tag zur Überwachung bei uns im Krankenhaus und fuhr am übernächsten Tag nach Hause – ohne Operation und ohne Tumor, aber glücklich und zufrieden.