25.02.2020 Arzt-Kolumne

Den Kinderwunsch erfüllen

Von Sr. Stefan Dieterle
Prof. Dr. Stefan Dieterle gehört zu den bekannten Medizinern im Bereich Kinderwunsch und ist Gründer der Kinderwunschzentren in Dortmund, Siegen, Dorsten und Wuppertal.
Prof. Dr. Stefan Dieterle gehört zu den bekannten Medizinern im Bereich Kinderwunsch und ist Gründer der Kinderwunschzentren in Dortmund, Siegen, Dorsten und Wuppertal.  Fotoquelle: Rene Gaens

Vor einem halben Jahr kam ein Ehepaar in das Kinderwunschzentrum Dortmund. Der 34-jährige Mann und die 30-jährige Frau versuchten seit über einem Jahr erfolglos, Nachwuchs zu bekommen. Trotz regelmäßiger Bemühungen in der fruchtbaren Phase der Patientin blieb der Kinderwunsch bisher unerfüllt.

Dafür hatte das Paar keine Erklärung. Die behandelnde Frauenärztin verwies die Patientin und ihren Partner, der zuvor einen Urologen aufgesucht hatte, deshalb zur weiteren Diagnostik an das Kinderwunschzentrum. Wenn Ehepaare mit Kinderwunsch zu uns kommen, dann gehen wir schrittweise vor, um die möglichen Gründe für den unerfüllten Kinderwunsch zu finden. Haben Frauen beispielsweise einen unregelmäßigen Zyklus, also nur alle 35 Tage oder länger ihre Regelblutung, so besteht der Verdacht einer Eizellreifungsstörung. Das ist die häufigste Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit.

Liegt eine Eizellreifungsstörung vor, so verschreibe ich den Patientinnen zunächst Medikamente. Die Patientin muss insgesamt fünf Tabletten vom fünten bis zum neunten Zyklustag einnehmen. Sie lösen einen Eisprung aus. Diese Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Viele Frauen werden nach der Behandlung schwanger. So auch meine 30-jährige Patientin.

Nicht immer ist eine Eizellreifungsstörung der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch. Hat die Patientin einen regelmäßigen Zyklus kann eine Hormonstörung ausgeschlossen werden. Dann wird ein Spermiogramm des Mannes angefertigt und geprüft, ob ausreichend viele, bewegliche Spermien oder zu wenige Spermien vorhanden sind, oder ob sich die Spermien zu wenig bewegen. Darüber hinaus ist der Lebenswandel der Paare ein weiterer Faktor. Rauchen sowie Über- und Untergewicht verringern bei Frauen und Männern die Fruchtbarkeit und somit die Wahrscheinlichkeit für Nachwuchs.

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