Eltern haben heute viel Stress mit ihren Kindern. Sie wollen sie fördern, gesund ernähren, sie zu selbstständigen Menschen erziehen und für alles gibt es einen starken Antrieb: die Liebe.

Doch so sehr sie sich auch bemühen, es kommt vor, dass sie eines der Kinder bevorzugen, ein anderes nicht so sehr lieben. Laut einer US-amerikanischen Studie kommt das sogar in 70 Prozent der Familien vor. Auch deutsche Familienforscher kennen die Ungleichverteilung der elterlichen Liebe.

Echte Missachtung und Vernachlässigung prägen für das ganze Leben. Selbstwertgefühl, Liebesfähigkeit, Vertrauen und Gesundheit können langfristig beeinträchtigt sein. Doch das sei glücklicherweise selten. Meistens handele es sich um ein ganz normales Schwanken der elterlichen Gunst.

Wer bemerkt, dass ein Kind sein ganz besonderer Sonnenschein ist, durch sein Verhalten oder auch durch bestimmte Schwierigkeiten mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommt, hat schnell ein schlechtes Gewissen. Und hier kann man als Eltern gut ansetzen.

Statt schuldbewusst dem anderen Kind etwas vorzuspielen, erst einmal innerlich Abstand gewinnen. Das schlechte Gewissen ist nämlich ein gutes Warnsignal. Es macht uns aufmerksam, dass wir über irgendetwas nachdenken müssen. Finden Sie heraus, warum Sie gerade eines der Kinder bevorzugen.

Macht es alles so, wie Sie es sich wünschen? Ist es charmant und wickelt Sie um den Finger, unterstützt und entlastet es Sie? Dann sagen Sie ihm, wie sehr Sie das freut. Fragen Sie sich aber auch: Was liebe ich an meinem anderen Kind besonders? Geht es einfach nur unauffällig seinen Weg und geht vielleicht dadurch im Alltag unter? Loben Sie beide Kinder für ihre ganz eigenen Stärken.

Das Wichtigste jedoch, was im perfekt durchgetakteten Familienleben leider häufig zu kurz kommt: Nehmen Sie Ihre Kinder einfach öfters in den Arm. Zusammengehörigkeitsgefühl und im wörtlichen Sinne angenommen zu werden sind besser als alle Erziehungstipps der Welt.