Der deutsche Naturheilkundler Adolf Just (1859 – 1936) gilt als Pionier seines Fachs. Insbesondere ursprünglichen Löss, den er im heutigen Staatlich anerkannten Erholungsort Blankenburg im Harz ausgrub, wandte Just medizinisch an: in Umschlägen etwa, für Bäder und als Produkt zum Einnehmen für die innere Regeneration bestimmter Beschwerden. Als Wirkungsgarant setzte er auf die spezielle Zusammensetzung von Mineralien und Spurenelementen und taufte das eiszeitliche Ablagerungsgemisch "Heilerde".

1918 gründete Just die Heilerde-Gesellschaft Luvos. Das Unternehmen, Arzneimittelhersteller und Bergbauunternehmen zugleich, wird bis heute in Familientradition geführt. Den Löss gewinnt und verarbeitet es nach Justs überlieferter Philosophie – und mit amtlicher Bergbaulizenz. "Als veganes Naturheilmittel stellen wir Luvos-Heilerde ohne chemische Zusätze wie Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe her", schildert Justs Urenkelin und Luvos-Geschäftsführerin Ariane Kaestner. "Sie wird bei 130 Grad Celsius getrocknet, um mögliche Keime abzutöten. Dann wird sie vermahlen und in verschiedenen Feinheitsgraden gesiebt, um die jeweilige natürliche, therapeutische Wirkung zu erzielen." Dazu gehören laut Ariane Kaestner vor allem die Neutralisation überschüssiger Säure im Körper, das Binden schädlicher Stoffe, der Abbau zellschädigender freier Radikale und der Schutz des Organismus vor Stress.

Kostbare Pflanzenwelt

Neben Löss hat der Boden weitere natürliche Heilstoffe zu bieten. Unter einer warmen, versiegelten Fangopackung etwa können beanspruchte Muskeln entspannen. Organische Varianten bestehen aus Thermalwasser, Lehm oder Ton, Algen und Mikroorganismen, anorganische meist aus gemahlenem Vulkangestein. Direkt auf die Haut gestrichen, bildet Fango – ebenso wie Moor – eine wärmespeichernde Schicht. Anwendungsgebiete können unter anderem rheumatische Erkrankungen oder Hautbeschwerden wie Neurodermitis sein.

Und auch das, was aus dem Boden wächst, nutzen Menschen seit Jahrtausenden zur Heilung gesundheitlicher Störungen: Heilkräuter kommen etwa als Tees, Tinkturen, Badezusätze, Salben und Säfte zum Einsatz. Ein Klassiker: Echte Kamille. Gemäß Informationen des Kneipp-Bundes e. V. wirkt sie äußerlich unter anderem krampflösend, entzündungshemmend, schmerzstillend sowie innerlich vor allem bei akuten oder chronischen Verstimmungen und Krämpfen im Magen- Darm-Trakt. Außerdem desinfiziert sie und hemmt Bakterien. Auch im Kraut des Echten Thymians wirken Bestandteile der ätherischen Öle unter anderem antibakteriell, überdies schleim- und krampflösend – ein gutes Mittel bei Erkältungshusten.

Beruhigend und entblähend bei innerer Anwendung wirkt Lavendel, sein Duft bringt Kreislauf und Nerven ins Gleichgewicht. Löwenzahn dagegen treibt den Stoffwechsel an, reinigt das Blut und wirkt harntreibend. Er wird unter anderem in Form von Tee und als Frischpflanzensaft angewendet.