08.12.2020 Arzt-Kolumne

Kinder, Kerzen, Katastrophen

Von Dr. Melanie Ahaus
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen.
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen. Fotoquelle: privat

In der Advents- und Weihnachtszeit kommt fast jede Woche ein Kind mit Brandblase in meine Praxis. Kürzlich rief mich die Mutter des vierjährigen Nino an und schilderte mir: "Er hat sich an der Kerze die Finger verbrannt, als ich eben mal nicht hingeguckt habe." Ich riet der Mutter, die Blase mit lauwarmem Wasser zu kühlen. In ein paar Tagen wird die Verbrennung verheilt sein.

Verbrennungen in der Vorweihnachtszeit sind in meiner Praxis keine Seltenheit. Kinder helfen beim Plätzchenbacken, sie spielen mit den Flammen von Kerzen, und manchmal experimentieren sie auch mit herumliegenden Streichhölzern. Ich rate Eltern nicht, die Kinder vom Plätzchenbacken auszuschließen oder statt Wachskerzen nur noch elektrische Kerzen zu verwenden. Im Gegenteil: Kinder sollten den Umgang mit den Gefahren lernen und ihre Geschicklichkeit schulen. Allerdings unter elterlicher Aufsicht. Also lassen Sie Ihre Kinder beim Backen helfen, zeigen Sie ihnen, wie man eine Kerze anzündet und löscht. Und achten Sie darauf, dass in allen Räumen Rauchmelder installiert sind.

Feuerzeuge und Streichhölzer bitte immer wegschließen. Kleinkinder ziehen manchmal an herabhängenden Tischdecken und verbrühen sich mit heißem Tee. Diese Gefahrenquelle sollten Sie ebenfalls vermeiden.

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Hat sich Ihr Kind dennoch verbrannt: bei kleineren Verbrühungen Kleidung sofort entfernen, bei kleineren Verbrennungen Haut mit lauwarmem Wasser kühlen. Mit Säuglingen oder Kleinkindern immer zum Kinder- und Jugendarzt gehen. Bei größeren Verbrennungen sofort den Rettungsdienst anrufen. Die Wunde mit sterilem Tuch abdecken und keine Hausmittel wie Salben, Mehl oder Puder anwenden.

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