Der Genuss von Glühwein gehörte für viele wieder einmal zum Besuch des Weihnachtsmarktes. Dennoch schilderten mir Patienten, dass nach dem Genuss von Glühwein, meist in Verbindung mit einer deftigen Fleischmahlzeit, am Folgetag zunehmende Gelenkbeschwerden und Gelenkschwellungen auftraten. Wenn ein solcher zeitlicher Zusammenhang besteht, sollte zunächst an einen akuten Gichtanfall gedacht werden.

Typisch für die Stoffwechselerkrankung sind akute Schmerzen in einem oder wenigen Gelenken, die Gelenke sind gerötet und deutlich überwärmt. Meist dauert eine Attacke ein paar Tage an und klingt dann langsam ab.

Bei einem Viertel der Patienten sind beim ersten Gichtanfall das obere Sprunggelenk, das Knie oder die Handgelenke sowie der Ellbogen betroffen. Gicht ist in der Regel eine genetische Störung: Die Niere kann nicht ausreichend Harnsäure ausscheiden.

Diese entsteht beim Menschen als Abbauprodukt von Nahrungsmitteln, etwa von Fleisch, Innereien und Hülsenfrüchten. Wird zusätzlich noch Alkohol getrunken, bewirkt dieser, dass die Harnsäure verzögert ausgeschieden wird. Harnsäurekristalle lagern sich in den Gelenken ab und führen zu einer heftigen lokalen Entzündung. Die Kristalle können sich auch an Sehnen und inneren Organen ablagern und bilden dann sogenannte "Gichtknoten".

Einschränkung des Alkoholkonsums

Therapeutisches Ziel ist, die Harnsäure im Blut zu senken. Dabei helfen zunächst diätetische Maßnahmen. Das kann von der Umstellung oder Vermeidung bestimmter Lebensmittel bis zur drastischen Einschränkung des Alkoholkonsums reichen. Falls die Selbstdisziplin versagt und dies nicht ausreicht, gibt es Medikamente, die die Harnsäure senken.

Andere entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankungen reagieren in der Regel nicht auf Alkoholkonsum. Bei ihnen handelt es sich meist um Autoimmunerkrankungen, bei denen das gestörte Immunsystem Ursache der Entzündungsaktivität ist. Bei diesen Krankheitsbildern sind auch diätetische Maßnahmen nicht oder kaum wirksam.