Wesentlich komplexer als das Auge, zählt das Gehör zu den empfindlichsten menschlichen Körperorganen. Rund um die Uhr nimmt es vielschichtige Laute wahr. Um seine Gesundheit zu erhalten, muss man es schützen.

In puncto Hygiene sind Ohren vergleichsweise pflegeleicht. Einen Großteil übernehmen sie nämlich selbst. Die Flimmerhärchen im Gehörgang halten den groben Schmutz fern. Um die Säuberung zu unterstützen, greifen viele Menschen zu Wattestäbchen. So praktisch sie sind, so gefährlich ist die Handhabung, denn sie können den Gehörgang verletzen oder eine Entzündung hervorrufen. Hals-Nasen-Ohren- Ärzte raten deshalb davon ab. Besser lassen sich Ohrenschmalz, Hautschüppchen und Co. mit feuchten Wattepads oder einem Waschlappen aus der Ohrmuschel entfernen.

Alternativ lässt man beim Duschen ein wenig Wasser ins Ohr hinein- und wieder herauslaufen und trocknet es anschließend sanft ab. Trockene, schuppende oder juckende Haut macht Pflegeöl, etwa für Babys, wieder geschmeidig. Einfach die Ohrmuschel damit benetzen und vorsichtig einreiben. Ärzte empfehlen zudem, die Haut hinter den Ohren regelmäßig zu säubern. Im Anschluss gut abtrocknen – sonst droht ebenfalls eine Entzündung, besonders bei sehr jungen Menschen.

Lärmschutz ist Teil der Pflege

Auch Schutz vor zu viel Lärm ist Teil der Ohrenpflege. Egal, ob Geräusche plötzlich oder vorübergehend laut vernommen werden – ein Knall, ein Diskobesuch, Musikhören über Kopfhörer – oder permanent auftreten, wie es etwa bei Verkehrslärm der Fall ist: Sobald die Lautstärke dauerhaft auf 80 Dezibel und mehr steigt, nimmt das Ohr permanent Schaden.

Nachts versetzen den Körper schon 40 bis 60 Dezibel in Stress. Beispiele: Flüstern hat im Schnitt 30 Dezibel, Regen 50, Straßenverkehr 80, ein Klassik- Konzert 110. Überall dort, wo die Lärmbelastung sehr stark oder lang anhaltend ist, auf Konzerten oder Baustellen beispielsweise, empfiehlt sich ein passender Gehörschutz, der den Großteil der schädigenden Geräusche abschirmt.

Weit verbreitet ist dafür die Nutzung von Ohrstöpseln aus Schaum-/Kunststoff oder Wachs (ein- oder mehrfach verwendbar). Erhältlich sind sie in einfacher Ausführung oder mit Ventilen, die bestimmte Tonfrequenzen ausblenden. Hörgeräteakustiker beraten zu individuell anzupassenden Varianten.