27.12.2020 Finanzen

Geldanlage: Machen Sie mehr aus Ihrem Vermögen

Von Jürgen Grosche
Anleihen, Aktien, Gold, Tagesgeld – auf die richtige Mischung kommt es an, damit das Vermögen wachsen kann.
Anleihen, Aktien, Gold, Tagesgeld – auf die richtige Mischung kommt es an, damit das Vermögen wachsen kann. Fotoquelle: GettyImages / krisanapong detraphiphat

Sicherheit ist gerade in diesen Zeiten gefragt – auch bei der Geldanlage. Doch aufs Sparbuch gibt es keine Zinsen mehr. Viele Sparer wenden sich Alternativen wie Aktien, Immobilien oder Anleihen zu. Was müssen die Anleger dabei beachten? Finanzspezialisten geben hilfreiche Hinweise.

Die Corona-Pandemie hat die Menschen zutiefst verunsichert. Auch bei der Geldanlage. Das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen ist stark gestiegen, wie eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zeigt. Für 60 Prozent der Befragten hat die Risikovorsorge an Bedeutung gewonnen. Im vergangenen Jahr haben sie entsprechend mehr zur Seite gelegt. Die Sparquote dürfte 2020 auf rund 16 Prozent gestiegen sein, erwarten Marktbeobachter der DZ Bank. 2019 lag die Quote noch bei knapp elf Prozent. Damit stieg auch das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland um 253 Milliarden Euro auf über 6,6 Billionen Euro.

Das Sicherheitsbedürfnis ist so groß, dass viele Sparer das Geld auf dem Sparbuch oder auf Festgeld- und Tagesgeldkonten bunkern. Doch dort gibt es keine Zinsen mehr. Daran dürfte sich auch die nächsten Jahre nichts ändern. Immer mehr Menschen wagen sich daher nun doch an Sachwerte. Dazu zählen Aktien, Immobilien, Gold, aber auch Kunstobjekte oder Oldtimer. Die Preise für Sachwerte sind aber schon immens gestiegen. Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen will oder sich die Börsenkurse anschaut, kennt das. Muss man da nicht Angst vor Kursverlusten oder nachgebenden Immobilienpreisen haben? "Solange Geld gedruckt wird, steigen die Preise", sagt Dr. Hartwig Webersinke, Professor für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Aschaffenburg.

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Aktien haben einen großen Vorteil, erklärt Thomas Seppi, Vorstand der Fondsgesellschaft FPM Frankfurt Performance Management AG. Der Fondsmanager beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit Aktienmärkten und gilt als einer der profiliertesten Kenner. "Unternehmen verdienen mit ihren Produkten und Dienstleistungen Geld. Das vergrößert die Substanz und führt zu einer positiven Wertentwicklung." Damit bieten sie auch Schutz gegen eine möglicherweise doch mal einsetzende Inflation. Anleger sollten sich dabei nicht von den täglich schwankenden Börsenkursen verunsichern lassen, rät Seppi, der gerade für die Fonds der Gesellschaft gezielt nach Unternehmen sucht, die spätestens nach der Krise ein sehr attraktives Geschäftsumfeld vorfinden.

Man sollte nicht alle Eier in einen Korb legen, lautet eine alte Börsen-Weisheit. Sicherer ist es, zum Beispiel Fonds zu kaufen, die Aktien aus aller Welt und zahlreichen Branchen enthalten. Das geht zum Beispiel über kostengünstige ETFs, also Fonds, die einfach einen Aktienindex nachbilden. Etwa den MSCI World. Der Index umfasst mehr als 1 600 Aktien aus 23 Industrieländern. "Wenn ein Land oder eine Branche schlecht läuft, brummt es dafür woanders", erklärt Seppi den Effekt der Risikoverteilung.

Der Anlagespezialist hat einen weiteren Tipp, wie man Risiken noch mehr verteilen kann: "Kontinuierlich sparen, zum Beispiel jeden Monat einen festen Betrag.“ Dann kauft man weniger Aktien oder Fondsanteile, wenn die gerade teuer sind. Fallen die Kurse, bekommt man mehr fürs gleiche Geld. Ein Fondssparplan sei sinnvoller, als Einzelaktien zu kaufen. Denn dabei müsse man die Unternehmen sehr gut kennen oder auf Glück spekulieren. Genau das wollen aber sicherheitsorientierte Anleger nicht.

Viele von ihnen denken daher auch an Anleihen. Doch sie erwirtschaften derzeit wie Sparbücher oder Festgeldkonten in der Regel kaum Zinsen. Dennoch sollten Sparer sie nicht ganz aus den Augen verlieren. Denn es gibt immer noch Gründe, Anleihen bei der Geldanlage zu berücksichtigen. "Die Kurse entwickeln sich meist anders als die von Aktien", erklärt Hans-Jürgen Friedrich, Vorstand der Fondsgesellschaft KFM Deutsche Mittelstand AG. "Damit tragen sie zu einer stabileren Entwicklung des Vermögens bei." Außerdem gebe es durchaus Anleihen, die rentabler sind, vor allem von Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand. Hier kennt sich Friedrich aus, die KFM investiert genau in solche Papiere. Wie bei anderen Fonds auch kaufen Anleger Anteile und können so bereits mit kleinen Summen die Risiken streuen. Denn eine höhere Verzinsung bedeutet auch ein höheres Risiko. Das minimiert die Fondsgesellschaft durch eine Auswahl der Papiere nach strengen Regeln, die auch bei der Kreditvergabe gelten.

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