Im Interview

Tierärztin mit Herz und Hingabe

16.03.2026, 01.00 Uhr
Johanna Maiwald liebt ihren Job und ist nicht nur für die Tiere da, sondern hat auch für die Menschen im idyllischen Maria Alm im Salzburger Land ein offenes Ohr. prisma sprach mit Hauptdarstellerin Doris Schretzmayer über die neue ZDF-Produktion.
ZDF/Andre Kowalski
Bei der Versorgung des verletzten Kälbchens fällt der Tierärztin Dr. Johanna Maiwald (Doris Schretzmayer) das ungewöhnliche Verhalten von Andreas Reindl (August Schmölzer) auf. Fotoquelle: ZDF/Andre Kowalski

prisma: In der Kindheit haben viele Tierarzt als Traumberuf. War das bei Ihnen ähnlich?

Doris Schretzmayer: Ich bin tatsächlich auf einem Bauernhof aufgewachsen. Meine Eltern und Großeltern haben, bis ich zehn Jahre alt war, Kühe und Schweine gehalten, dann aber auf reine Landwirtschaft umgestellt. Wir hatten danach noch Hühner, Hasen, Katzen, Hunde… Also ich bin sehr vertraut mit Tieren, hatte aber nie selbst den Wunsch, Tierärztin zu werden. Auch wenn wir einen sehr netten Tierarzt hatten damals. Ich habe als Kind davon geträumt, Chirurgin zu werden. Ich hatte etwas über den südafrikanischen Chirurgen Christiaan Barnard gelesen, der eine Herztransplantation durchgeführt hat. Das fand ich unglaublich faszinierend. 

Was hat Sie an „Die Maiwald“ überzeugt?

Ich fand es schön, endlich wieder die Möglichkeit zu haben, auf dem Land zu arbeiten. Als Schauspielerin hat man oft ein sehr hohes Arbeitspensum und viele verschiedene Produktionen, da ist es toll, wenn man ein wenig abseits vom Trubel ist.

Wie würden Sie Johanna Maiwald beschreiben?

Johanna ist nicht auf der Suche nach einem anderen Leben. Sie fühlt sich sehr zuhause und liebt es, für die Tiere da zu sein. Sie ist mit Leidenschaft und Herz bei ihrer Arbeit dabei. Ich bewundere ihren Pragmatismus. Es gibt wenig Zerrissenheit in ihr. In den ersten zwei Folgen erfährt man nicht viel über Johannas Privatleben. Es bleibt erst einmal ein Geheimnis. Man weiß, es gab mal jemandem in ihrem Leben und dass da eine neue Liebe sein könnte. Aber sie muss Erfahrungen gemacht haben, weshalb sie überzeugt ist, dass sie besser allein klarkommt.

Wissen Sie denn schon mehr?

Ich bin mit dem Produktionsteam im Austausch und konnte mich bei Dialogen einbringen. Ein bisschen was weiß ich schon. Aber wir wollen jetzt erst einmal schauen, wohin die Reise mit „unserem Baby“ geht.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet? Andere Tierarzt-Serien geschaut?

Wenn man eine bestimmte Profession spielen soll, tauscht man sich vorab mit Menschen aus, die in diesem Berufsfeld arbeiten. Ich hatte das große Glück, dass ganz in der Nähe von unserem Drehort eine Tierarztpraxis war, die von zwei Frauen geführt wird. Eine kümmert sich um die Nutztiere, die andere um Kleintiere. Die Vorbereitung war sehr intensiv. Ich durfte bei Operationen dabei sein und mit zu einem Stall mit mehr als 300 Kühen fahren. Ganz nah neben einer Kuh zu stehen und ihr Vertrauen zu gewinnen, ist eine schöne Erfahrung. 

Wie waren die Dreharbeiten mit den Tieren?

So wie bei Menschen weiß man auch beim ersten Kontakt mit einem Tier nicht, was es bereits erlebt hat. Welche vielleicht negativen Erfahrungen hat das Gegenüber schon gemacht und wie wird es in ähnlichen Situationen reagieren. Wichtig ist, dass man sich mit Respekt und Wertschätzung begegnet. Angst ist fehl am Platz. Tiere spüren, wenn du keine Offenheit mitbringst und Angst hast. Außerdem hatten wir ganz tolle Tiertrainer am Set.

„Die Maiwald“ spielt im Salzburger Land. Hat sich Ihr persönlicher Bezug zur Region geändert?

Ich komme aus Österreich und kenne viele Regionen durch Urlaube oder andere Dreharbeiten. Maria Alm war mir neu. Die Berge dort sind überhaupt nicht schroff, und das Steinerne Meer trägt seinen Namen völlig zu Recht. Wieso das so heißt? Beim Blick aufs Meer denkt man an Weite und Großzügigkeit. Tatsächlich genau das vermitteln diese Berge. Ich finde es auch sehr gelungen, wie Kamera und Schnitt die Berge einfangen. Sie werden quasi zu einem eigenen Darsteller.

Schauen Sie privat auch gerne Tierarzt-Serien?

Ich schaue viel und sehr breit gefächert. Ich gucke mir gerne Empfehlungen an oder wenn befreundete Kolleginnen und Kollegen in einem neuen Film oder in einer neuen Serie mitspielen. Ich habe mit meinem Sohn zusammen beispielsweise die Amazon-Serie „Die Discounter“ richtig gerne geschaut. Das fällt mir deshalb ein, weil ich gerade erst in Berlin eine der Darstellerinnen getroffen und ihr mein Lob für die Serie ausgesprochen habe. Außerdem gehe ich auch gerne ins Kino.

Welche Filme haben Sie zuletzt begeistert?

 „Sorry, Baby“ von Eva Victor, ein Filmdrama über das Leben nach einem sexuellen Übergriff, und „Hamnet“, ebenfalls eine großartige Frauengeschichte. So was mag ich. „One Battle After Another“ mit Leonardo DiCaprio fand ich auch stark. Und „Sentimental Value“, ein Film über einen Vater und seine von ihm entfremdeten Töchter.

„Die Maiwald“
„Folge 1: Verstärkung“ am Donnerstag, 26. März, 20.15 Uhr im ZDF vorab in der ZDF-Mediathek verfügbar