Netflix-Komödie

Viele Hunde in schräger Runde: Alexandra Maria Lara im Interview

23.03.2026, 01.00 Uhr
Alexandra Maria Lara spielt in der Netflix-Komödie „Eat Pray Bark“ eine Politikerin, die sich einen Hund zulegt, um ihr Image aufzupolieren. Um die Beziehung zum Vierbeiner zu retten, besucht sie einen Intensivkurs bei einem exzentrischen Hundetrainer in den Tiroler Bergen.
Alexandra Maria Lara mit einem Mantel draußen.
Politikerin Ursula (Alexandra Maria Lara) will ein besseres Team mit ihrem Hund werden. Fotoquelle: © 2026 Netflix, Inc.

prisma: Sie spielen in „Eat Pray Bark“ eine hundehassende Politikerin. Gibt es überhaupt Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Ihrer Filmfigur Ursula?

Alexandra Maria Lara: Auf den ersten Blick könnte ich nicht weiter von der Figur entfernt sein – in vielerlei Hinsicht. Aber das ist ja das Schöne an der Rolle, die ich hier spiele: dass sie so anders ist, und trotzdem macht sie in dieser Zeit auch eine Entwicklung durch. Man sieht, dass diese Frau unter großem Druck steht, aber durchaus auch eine Offenheit zu haben scheint, Dinge anders zu machen.

Die Leute fordern nach einer tierfeindlichen Aussage in einer Talkshow Ursulas Rücktritt. Würden Sie auch soweit gehen?

Mein erster Impuls wäre es, zu sagen, dass die Forderung nach einem Rücktritt vielleicht ein bisschen zu harsch ist. Auf der anderen Seite fragt man sich ja bei Politikerinnen und Politikern öfter, wie sehr sie sich an das halten, was sie sagen und nach außen hin vermitteln. Und deswegen kann die Reaktion schon durchaus gerechtfertigt sein, wenn jemand eine Sache präsentiert und dann kriegt man in Sekundenschnelle mit, dass er sich selbst ganz anders dazu verhält. Aber Menschen müssen auch Fehler machen dürfen. Die Frage ist, welche Fehler und wie sie damit umgehen. 

Mögen Sie denn Hunde?

Ich liebe Hunde. Wir haben jetzt erstmals seit Längerem keinen Hund, und am Anfang hat da auch wirklich etwas gefehlt. Natürlich ist die Organisation ohne Hund einfacher und man ist freier darin, Pläne zu machen. Aber gleichzeitig ist gerade in den vergangenen Wochen beim Spazierengehen mit der Familie immer wieder der Wunsch dagewesen, einen neuen Hund zu suchen. Unser Sohn fragt auch schon, ob es nicht wieder Zeit für einen wäre…

Sind Sie sofort mit Ihrem tierischen Drehpartner warmgeworden?

Wir hatten auf Anhieb eine ganz selbstverständliche und sehr schöne Verbindung zueinander. Es gab keine Berührungsängste zwischen uns beiden. Ich nehme an, dass das damit zu tun hat, dass ich Erfahrungen mit Hunden hatte und angstfrei an die Situation herangehen konnte. Und ich habe mich in Dotty verliebt, weil sie sehr besonders ist und ihren ganz eigenen Charakter und Kopf hat. Dementsprechend hat sie mir auch sehr gefehlt, als die Dreharbeiten beendet waren.

Waren die Dreharbeiten durch die Hunde anders als sonst?

Solche Dreharbeiten haben ihre ganz eigenen Herausforderungen. Aber unser großartiges Produktionsteam hatte schon viel Vorarbeit geleistet, um alles so zu organisieren und zu gestalten, dass es so unkompliziert wie möglich ablaufen kann. Außerdem hatten wir täglich die besten Hundetrainerinnen an unserer Seite.  Trotzdem muss man von Tag zu Tag schauen und offener, spontaner und auch flexibler sein als sonst.

Was war Ihr Lieblingsmoment?

Die ganze Zeit in Tirol und auch innerhalb unseres Ensembles war von einer bestimmten Herzlichkeit geprägt, von der ich denke, dass sie durchaus auch mit den Tieren zu tun hatte. Mit Tieren ist man immer mehr im Hier und Jetzt und weniger verkopft. Ich hatte so viele schöne und auch lustige Momente mit Dotty, da kann ich jetzt keinen so richtig herauspicken.

Würden Sie bei jemanden wie Hundetrainer Nodon (gespielt von Rúrik Gíslason) ein Retreat buchen?

Da wiederum bin ich meiner Filmfigur doch ähnlich, die ich im Film spiele. (lacht) Ich wäre Nodon durchaus auch mit Skepsis begegnet. Aber nach einer gewissen Zeit, gewöhnt man sich an seine exzentrische Herangehensweise und kann dem Hunde-Intensivkurs durchaus auch etwas Tolles abgewinnen.

Der Titel spielt auf „Eat Pray Love“ an, ein Buch, das mit Julia Roberts in der Hauptrolle verfilmt wurde. Wie stehen Sie zu dem Film?

Ich kenne sowohl das Buch als auch den Film. Und Julia Roberts ist auch noch eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerinnen. Die Geschichte hat viel mit Selbstfindung zu tun. Das ist auch der rote Faden, der sich durch unseren Film zieht. Bei uns passiert es eben durch das, was die Hunde den Figuren über ihre eigenen Stärken und Schwächen widerspiegeln. Wenn man die Offenheit und die Bereitschaft dazu hat, kann man durch Tiere viel über sich selbst lernen. 

Hund und Hundebesitzer sind sich sehr oft einfach auch ähnlich, oder? 

Ja, das gibt es. Ich glaube, man verbringt so viel Zeit miteinander und passt sich auch ein bisschen aneinander an. Man lernt sich kennen und wird geprägt durch das, was der jeweils andere mitbringt.

Sie sagten, dass sie sich wieder einen eigenen Hund vorstellen könnten. Haben Sie schon eine Rasse im Kopf oder lieber einen Hund aus dem Tierschutz?

Wir haben beide Erfahrungen gemacht. Beim Tierschutz muss man natürlich immer auch wissen, dass man zwar etwas Gutes tut, aber man zugleich nie genau weiß, wie traumatisiert der Hund ist. Da muss man einfach viel Zeit, Liebe und Geduld mitbringen. Trotzdem würde ich immer dazu raten, eher einen Hund zu adoptieren oder es zumindest zu versuchen. Es gibt so viele Hunde da draußen, die so dringend ein Zuhause bräuchten. Ich würde das jetzt für mich aber gar nicht so genau planen. Ich warte einfach darauf, dass meine Freundin Anja, die Tierärztin ist, mich irgendwann anruft und sagt: „Alex, hier ist so ein süßer Wurf und hier ist einer dabei, da musste ich sofort an dich denken.“ Wenn sie das sagen würde, dann würde ich wahrscheinlich sofort losfahren.

Ihr neuer Film läuft bei Netflix. Gibt es weitere Streamingtipps, die Ihnen zuletzt gut gefallen haben?

Wir schauen gerne Sachen gemeinsam an. Mein Sohn ist zum Beispiel ein großer „One Piece“-Fan, und wir freuen uns jetzt schon sehr auf die zweite Staffel.

„Eat Pray Bark“
ab Mittwoch, 1. April, bei Netflix