Erreicht Darts-Legende Phil Taylor, der große Zampano seines Sports, bei seinem letzten großen Wettkampf noch einmal das Finale? Holt sich die 57 Jahre alte lebende Legende am Ende einer beispiellosen Karriere womöglich sogar den Titel, es wäre der 17.? – Kurz vor Beginn der PDC Darts-Weltmeisterschaft 2018 (vom 14. Dezember bis zum 1. Januar, SPORT1 berichtet umfangreich live) sind sich die Fans eigentlich nur in einer Frage ganz sicher: Am Ende, wenn alles für ihn vorbei ist, wird in Phil Taylors Augen die ein oder andere Träne der Rührung glänzen. Darauf kann man getrost wetten – obwohl sich der in die Jahre gekommene Superstar vor dem Turnier noch ganz cool gibt.

Er werde im legendären Hexenkessel des "Alexandra Palace" zu London "ein großes Lächeln auf meinem Gesicht tragen, weil ich alles erreicht habe", tönte der 16-fache Weltmeister jetzt im SPORT1-Interview. Der Mann, der unter dem Kampfnamen "The Power" berühmt wurde, sagt, er habe sein Leben "dem Darts gewidmet". Doch nun freue er sich einfach aufs angekündigte Karriereende – "denn nach über 30 Jahren lastet dann kein Druck mehr auf mir. Ich hatte immer ein sehr anstrengendes Leben. Man muss von Woche zu Woche auf der Bühne vor tausenden Menschen performen, und alles, was du tust oder sagst, wird genau unter die Lupe genommen."

Der Druck ist fürwahr immer größer geworden in den vergangenen Jahren. Der lange als beinahe unschlagbar gehandelte Taylor sieht sich längst gewaltiger Konkurrenz ausgesetzt. Man denke nur an den Titelverteidiger Michael Van Gerwen aus den Niederlanden. Ausgerechnet gegen ihn hatte Taylor im Finale 2013 seinen letzten WM-Titel geholt: "Wahrscheinlich einer meiner größten Siege. Keiner hat an mich geglaubt", zieht er Parallelen zur aktuellen Situation.

Über Michael van Gerwen erklärt der diesmal nur noch auf Weltranglistenplatz sechs gesetzte Taylor vielsagend: "Er ist sehr gut, auch wenn er hier und da ein bisschen Glück hat. Er setzt andere unter Druck und seine Gegner verpassen es, den wichtigen Wurf gegen ihn zu treffen." Wenn er einen guten Tag habe, sei van Gerwen "vielleicht der beste Finisher, den ich je gesehen habe".

Ein guter Rat von Robbie Williams' Vater

Phil Taylor ist eng mit Robbie Williams und dessen Vater Peter befreundet. "Er ist mein zweiter Vater. Ich liebe ihn", sagte er SPORT1. Vor ein paar Jahren habe er sich mit Peter unterhalten, so Taylor: "Ich fragte ihn: Wann weiß ich, dass ich bereit bin? Er sagte: 'Du wirst irgendwann aufwachen, und dann wirst du sagen: Ich habe genug. So wird es passieren', hat er gesagt, und so ist es passiert."

Sein eigener Vater, berichtet Taylor, sei derjenige gewesen, der ihn dazu gebracht habe, immer hart zu arbeiten: "Wenn ich was gewonnen hatte, sagte er: 'Der Titel ist jetzt weg. Mach dich bereit für den nächsten Titel. Du bist immer nur so gut wie dein nächster Titel." Entspechend ehrgeizig und selbstbewusst sieht der Star nun seinem letzten Auftritt entgegen. Auf die Frage, wie viel Geld man auf einen WM-Sieg von Phil Taylor setzen soll, antwortete er: "Jeden Penny!"

Phil Taylor greift erstmals am Freitag, 15. Dezember, ins Turnier ein.


Quelle: teleschau – der Mediendienst