Der Ingolstädter Autobauer aus dem VW-Konzern hat trotz Warnungen hochrangiger Ingenieure aus den eigenen Reihen über Jahre die Motor-Software manipuliert. Die Folgen des Skandals sind noch lange nicht ausgestanden.

Dass hochrangige deutsche Industriemanager hinter Schloss und Riegel gesetzt und große Prozesse gegen sie vorbereitet werden, ist keine Alltäglichkeit. Gegen den ehemaligen Audi-Chef Rupert Stadler und 20 weitere Beschuldigte will die Münchner Staatsanwaltschaft, die die Vertuschungsversuche mit manipulierter Motor-Software aufdecken möchte, noch in diesem Sommer Anklage erheben. Die neue ARD-Dokumentation "Die Story im Ersten: Der Fall Audi" fragt, ob der einstige Vorstandsvorsitzende ein System mit gedeckt hat, das in den eigenen Reihen immer wieder umstritten war.

"Warum haben wir ein solches Konzept zugelassen?", fragte etwa ein hochrangiger Audi-Ingenieur in einer internen Mail 2013 ziemlich entsetzt. Aufgehalten wurde der Betrug an den Kunden trotz interner Widerstände jedoch lange nicht. Doch als er im Zuge des noch größeren Skandals im Mutterkonzern VW aufflog, war der Schaden für die lange als mustergültige Nobelmarke gehandelte Tochter Audi immens. Nun muss der neue Audi-Chef Bram Schot die Folgen des verschleppten Diesel-Skandals aufarbeiten – und wieder Vertrauen zurückgewinnen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst