"Der Kommissar und das Meer"

Der Gotland-Kommissar wird's schon richten

von Wilfried Geldner

Ein Musikproduzent liegt nach einer Party tot in seinem Swimmingpool. Die Zahl der Verdächtigen ist groß. Das ZDF wiederholt den Film "Nachtgespenster" aus der "Der Kommissar und das Meer"-Reihe. 

ZDF
Der Kommissar und das Meer – Nachtgespenster
Krimi • 03.02.2021 • 20:15 Uhr

Gotland-Kommissar Anders (Walter Sittler) hat es im ZDF-Krimi "Nachtgespenster", einer Wiederholung aus der "Der Kommissar und das Meer"-Reihe, fürwahr mit einer gespenstischen Szenerie zu tun: Nach einer wilden Drogen-Party liegt im Anwesen eines Songwriters und Musikproduzenten Tage ein Toter im Pool. Es ist der Hausherr selbst. Dieser feierte immer wieder gerne mit jungen Leuten, die bewundernd zu ihm aufschauten und teils auch in seiner Firma arbeiten durften. Tage war ein merkwürdiger Guru, der Testosteron-gesteuerte Sprüche klopfte. Er hatte Geld und schmiss damit herum, der Schwester spendierte er gar ein neues Haus. Doch kurz vor der Hochzeit wollte er das Geld zurück. Wurde der Musiker von seinen Schuldnern beseitigt?

Die Videobilder, die glücklicherweise eine der Party-Besucherinnen aufgenommen hat, zeigen allerdings eine wilde Auseinandersetzung zwischen Tage und einem jungen Mann namens Peer (Joel Lützow). Für diesen war, warum auch immer, Tage ein väterlicher Freund. Aber auch Peers Freundin Luna (Frida Gustavsson) war eine Bewunderin des musikalischen Gurus, hingebungsvoll lauschte sie seinen in Rückblenden gezeigten Konzerten. Er sang, wie es schien, nur für sie.

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Für den Kommissar und seinen treuen Gehilfen Wittberg (Andy Gätjen) gibt es bei eisigen Temperaturen viel zu tun. Denn die Schar der Verdächtigen umfasst alles, was sich auf der Hausparty bis morgens früh versammelt hat. Doch Peers Freundin hat in jener Nacht viel mit dem Handy gefilmt. Das erleichtert naturgemäß die Arbeit des Kommissars, den Krimi selbst (Regie: Thomas Roth) wiederum heben die Handybilder über den Durchschnitt hinaus ins Bizarre.

Aber auch zu Hause ist Anders schwer beschäftigt. Die offensichtlich der Pubertät nie entwachsenden Söhne scheinen sich nicht nur viel mit Videospielen zu beschäftigen, sondern sind womöglich auch den Drogen zugetan. Die Auseinandersetzungen zwischen Anders und seinem Sohn Niklas (Sven Gielnik), ein verbales Gefecht zwischen den Generationen, dominieren geradezu den aktuellen Fall. Der läuft dann auf eine arge Psychopointe hinaus, weit hergeholt, aber überraschend und durchaus schlüssig. Ohnehin wirkt Walter Sittler als Gotland-Kommissar immer wie ein in Ehren ergrauter zuverlässiger Therapeut, der es richtet. In der eigenen Familie ebenso wie bei anderen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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