ZDF-Film

"Ein Sommer in Amsterdam": Herzkino-Kitsch mit einer "Tatort-Kommissarin

von Erik Brandt-Höge

Die sonst als toughe "Tatort"-Kommissarin bekannte Ulrike Folkert zeigt sich in "Ein Sommer in Amsterdam" von einer ganz anderen Seite. Das ZDF-Melodram fährt schöne Bilder und rührseligen Kitsch auf.

ZDF
Ein Sommer in Amsterdam
Drama • 13.04.2020 • 20:20 Uhr

Mia Kaufmanns Tochter ist vor einem Jahr bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Trauer versucht die Mutter mit einer riskanten Suche zu überbrücken: Mia (Ulrike Folkerts) reist nach Amsterdam, wo sie als Studentin einst aus Geldnot eine Eizelle gespendet hatte. Schließlich könnte irgendwo dort draußen ein "Ersatzkind" sein und sie wieder glücklich machen. Doch im Melodram "Ein Sommer in Amsterdam", das das ZDF nun wiederholt, kommt – natürlich – alles anders. Und noch viel besser.

Als mittellose Studentin in Amsterdam ließ sich Mia Kaufmann (Ulrike Folkerts) vor 20 Jahren auf eine Eizellenspende ein. Um die Folgen kümmert sie sich damals nicht, lebt ihr Leben, wird beruflich erfolgreich und zieht ihre Tochter Hannah (Paula Kalenberg) groß. Als die bei einem Unfall stirbt, kann die Mutter die Trauer lange nicht überwinden. So geht sie schließlich auf die Suche nach Kind Nummer zwei in Amsterdam. Dass sie sich dort zufällig in den Vater Jan van Haalen (Filip Peeters) verliebt, ohne dass beide von der Vergangenheit des jeweils anderen wissen, ist nur eine von zahlreichen romantischen bis kitschigen Merkwürdigkeiten in "Ein Sommer in Amsterdam" (Buch: Thomas Kirdorf).

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Regisseurin Karola Meeder inszeniert vor allem die ansonsten als geradlinige "Tatort"-Kommissarin bekannte Ulrike Folkerts in ungewohnt rosaroter Anmutung, wenn sie diese etwa mit ihrem Liebhaber in einen Stadtbrunnen springen oder im Bett gemeinsam Schattentiere an die Wand werfen lässt. Unter dem Strich ist das alles doch sehr "pilcheresk", wozu auch die durchgehend hübschen Bilder passen, von niedlichen holländischen Cafés und Hausbooten bis zu mit Blumen übersäten Straßen und Gassen.

Außerdem leicht übertrieben: die ständigen Auftritte der verstorbenen Hannah, die Mia auf ihrer Reise begleiten. Hannah gibt ihrer Mutter aus dem Jenseits regelmäßig kluge Ratschläge, weist ihr den Weg. Kein seltenes Trauerphänomen, im Film aber doch zu viel des Rührseligen. Etwas mehr "Tatort"-Folkerts und etwas weniger Schmalz hätte dem Ganzen bestimmt nicht geschadet.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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